„Geburtsstunde der Schwulenbewegung“ neu herausgegeben

Ein Stück schwuler Geschichte hat „G.A.L.A.“-Preisträger Hans-Peter Weingand dokumentiert und neu veröffentlicht: Die im Jahr 1908 erschienene Streitschrift „Entspricht die Bestrafung der Homosexuellen unserem Rechtsempfinden? Österreichs erste Streitschrift eines Betroffenen.“, verfasst vom Grazer Theaterchorsänger Cornelius Zimka unter dem Pseudonym Julius Zinner.

Zimka war selbst betroffen: Als verurteilter Homosexueller wurde er eingekerkert und dann aus seiner Heimatstadt ausgewiesen. Deshalb ist, nach heutigem Wissensstand, seine vor genau hundert Jahren verfasste Broschüre Österreichs erste Streitschrift eines Betroffenen und damit die Geburtsstunde der Lesben- und Schwulenbewegung.

Anlass für die Streitschrift war ein Prozess, der in Graz gegen zehn Homosexuelle geführt wurde und zu heftigen Diskussionen von Medizinern und Juristen führte. Auch diese Hintergründe und die Lage der Community um die Jahrhundertwende erläutert der Autor in dem Buch.

Präsentiert hat Hans-Peter Weingand sein 104 Seiten starkes Buch am 26. Februar im vollen „feel free“, dem Zentrum der Rosalila PantherInnen (RLP). Dabei gab er auch Einblicke in das schwullesbische Leben um 1900 in Österreich. RLP-Obmann Kurt Zernig zollt Weingand bei der Präsentation Tribut: „Mehr als 20 Jahre Forschung von Hans-Peter befinden sich kompakt in diesem Buch zusammengefasst. Ein besonderes historisches Dokument aus Graz mit einer würdigen und aussergewöhnlichen Einführung!“.

Erhältlich ist das Buch für 24 Euro im gut sortierten Buchhandel und im „feel free“, RLP-Mitglieder bekommen das Buch um zehn Euro.

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