Washington: Aids-Rate wie Uganda

Rund drei Prozent der Bevölkerung der amerikanischen Hauptstadt Washington sind HIV-positiv – eine Rate, wie sie sonst nur in „Uganda oder Teilen Kenias“ üblich ist. Das berichtet die „Washington Post“

Die Zahlen sind das Ergebnis einer neuen Studie, die von der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben wurde. Die Neudiagnosen stiegen in den letzten zwei Jahren um 22 Prozent. Besonders gefährdet sind heterosexuelle schwarze Männer mittleren Alters.

Bei den 40- bis 49-Jährigen sind bereits zehn Prozent mit dem Virus infiziert, bei schwarzen Männern sieben Prozent. Häufigster Übertragungsweg ist nach wie vor schwuler Sex, dann kommt in der Liste aber bereits heterosexueller Geschlechtsverkehr – noch vor verunreinigten Spritzen von Drogensüchtigen.

„Das sind sehr, sehr, sehr schlechte Nachrichten, insbesondere weil HIV einen so großen Einfluss auf Minderheiten hat“, erklärt Anthony Fauci vom nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten. „Und man muss sich vergegenwärtigen: Diese Zahlen basieren nur auf den Menschen, die sich testen ließen.“ Der wirkliche Anteil an Infizierten sei „mit Sicherheit höher“.