Uganda: „Schwule machen unsere Kinder gefügig“

In Uganda läuft derzeit eine von der Regierung gesteuerte Hetzjagd gegen Schwule. So sollen in den Medien „Ex-Schwule“ erklärt haben, dass sie trainiert worden seien, Kinder zur Homosexualität zu bekehren. Das berichtet das deutsche Newsportal „queer.de“.

Bereits in der Vergangenheit haben die Regierung und die anglikanische Mehrheitskirche wiederholt erklärt, Homosexualität sei eine „ausländische“ oder „europäische Kultur“ und habe mit Afrika nichts zu tun.

Doch nun scheint der Druck auf Lesben und Schwule in dem afrikanischen Land immer stärker zu werden. Wie Aktivisten der Gruppe „LGBTI Ugandans“ berichten, präsentierte die evangelikale US-Organisation „Family Life Network“ in einem Hotel der Hauptstadt Kampala acht ehemalige Schwule, die angeblich von Kameraden in das Verführen von Kindern eingewiesen wurden. Einer von ihnen, George Oundo, erzählte, dass er jetzt Gott gefunden habe und nun die Welt über das geheime Vorhaben der Homosexuellen aufklären wolle: Diese würden Schuljungen durch Geschenke und Geld gefügig machen und dann in den „homosexuellen Lebensstil“ entführen. „Ich wurde 2003 in ein schwules Trainingscamp nach Nairobi geschickt“, erzählt Oundo.

Stephen Langa, Chef des Family Life Networks, zitierte aus einem „schwulen Manifest“: „Wir werden Analverkehr mit euren Söhnen haben, dem Sinnbild eurer lächerlichen Männlichkeit, eurer flachen Träume und vulgären Lügen. Wir werden sie verführen in Schulen, Studentenwohnheimen, Fitnessclubs, Kirchengruppen, den Toiletten in Kinos, den Parlamenten, wo auch immer Männer mit Männern zusammen kommen. Eure Söhne werden unsere Lakaien werden. Wir werden sie nach unserem Antlitz formen“. Langa warnt: „Das ist kein Witz. Diese Leute kümmern sich nicht darum, was ihr denkt. Sie wollen eure Kinder.“ Allerdings ist dieses „in der Szene weit verbreitete“ Manifest eine Satire eines amerikanischen Schwulenmagazins aus dem Jahr 1987.

Diese Vorwürfe, die landesweit für Aufsehen sorgten, wollten „LGBTI Ugandans“ nicht unwidersprochen lassen. Sie veröffentlichten eine Pressemitteilung: „Wir sind Homosexuelle und können uns nicht verändern. Wir können auch nicht Heterosexuelle zu Homosexuellen machen. Wir können nicht ‚anwerben’. Wir haben das nie versucht und werden das nie tun.“