Berliner Homo-Mahnmal wieder beschädigt

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder beschädigt worden.

Bei der bis jetzt dritten Attacke auf das Mahnmal innerhalb von acht Monaten wurde die Verglasung des Sichtfensters zerkratzt. Durch dieses an der Stele angebrachte Fenster können Besucher eine Videosequenz mit zwei Männern sehen, die sich küssen.

Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamtes hat bereits Ermittlungen aufgenommen, da ein politischer Hintergrund der Tat nicht ausgeschlossen werden kann.

Die Tat wird von quer durch alle politischen Parteien verurteilt. Volker Beck, offen schwuler Bundestagsabgeordneter der Grünen, der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) und der Verband lesbischer- und schwuler Polizeibediensteter in Deutschland (VelsPol Deutschland e.V.) fordern einen nationalen Aktionsplan gegen Homophobie. „Ich appelliere an alle im Bundestag vertretenen Parteien, die Gewerkschaften und Kirchen, diesen feigen Anschlag zu verurteilen. Der Widerstand gegen Homphobie darf nicht allein die Sache der Homosexuellen sein!“, so Volker Beck.

Und auch die „Lesben und Schwulen in der Union“ (LSU), die Homosexuellenorganisation der deutschen Christdemokaten, verurteilt den Anschlag. Der stellvertretende LSU-Bundesvorsitzende Björn Beck zeigte sich betroffen und wütend: „Hier ist nicht nur die Politik gefragt, sondern auch die Gesellschaft insgesamt und jeder Einzelne“, mahnt er.

Bei den vergangenen Attacken schlugen Unbekannte im August 2008 das Sichtfenster ein, auch im Dezember 2008 wurde ein Stein auf das Glas geworfen, dass dieses splitterte. Auch hier fehlt von den Tätern jede Spur.