Eklat durch Homo-Hasser im Zürcher Kantonsrat

Zu einem Eklat kam es im Zürcher Kantonsrat, als ein religiös-konservativer Abgeordneter mit Hasstiraden gegen die Europride wetterte. Das beichtet der Schweizer „Tagesanzeiger“.

Michael Welz, Sprecher der religiös-konservativen EDU, erklärte dem Regionalparlament, Homosexualität sei nicht gottgewollt und „mit vielen gesundheitlichen Risiken behaftet“. Wenn mit der Europride schwul-lesbische Veranstaltungen unterstützt würden, sei dies ein Propagandafeldzug „zur Beeinflussung unserer Jugend und Gesellschaft“. Weil die Stadt fünf Wochen lang „zu einer Werbeplattform für den homosexuellen Lebensstil umfunktioniert“ werde, wende sie sich „vom Segen Gottes ab“, so der Kantonsrat weiter. „Gott schenke Befreiung aus der Homosexualität“, rief er den fassungslosen Zuhörern in den Saal.

Das konnte der offen schwule Kantonsrat Hans Peter Portmann von der liberalen FDP nicht so stehen lassen: Er sprach sich mit den Fraktionschefs der acht anderen im Kantonsrat vertretenen Parteien ab und erklärte dann im Namen aller, die Rede von Welz sei „empörend, diskriminierend und verfassungswidrig“, denn die Verfassung schütze verschiedene Lebensformen. Die restlichen Abgeordneten applaudierten Portmann lange, was im Zürcher Kantonsrat eher selten vorkommt.

Daraufhin wollte EDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Dollenmeier die Ehre seiner Partei retten und erklärte, die schwule Lebensform sei – so wie Alkohol und Nikotin – gesundheitsgefährdend. Bei den genaueren Ausführungen seiner Theorie entzog Kantonsratspräsidentin Regula Thalmann dem EDU-Politiker das Wort. Sie toleriere nicht, dass religiöse und gesellschaftliche Grundsätze in dieser Art diskutiert würden.

Europride-Sprecher Michael Rüegg ist über die verbalen Ergüsse der EDU-Abgeodneten entsetzt. Für ihn sind sie ehrverletzend und menschenverachtend. „Das ist unterste Schublade und tiefstes Mittelalter“, sagte er dem „Tagesanzeiger“.

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