[Video] Erste Lesben- und Schwulendemo in Kuba

Zum ersten Mal hat es am Samstag in Kuba eine Demonstration für die Rechte von Lesben und Schwulen gegeben. Organisiert wurde der Aufmarsch von Mariela Castro, der Tochter von Staatspräsident Raúl Castro. Die Leiterin des staatlichen Zentrums für Sexualkunde gilt als Unterstützerin von Schwulen, Lesben und Transgender beim Kampf um ihre Rechte.

Die Veranstaltung sollte auch heterosexuelle Kubaner ansprechen. „Wir rufen das kubanische Volk auf, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, so dass die Revolution vertieft werden und die Bedürfnisse aller Menschen erfüllt werden kann“, erklärte Mariela Castro. Dem entsprechend wurden auch Magazine, Bücher und CDs verteilt, mit denen für die Gleichberechtigung von Homosexuellen geworben wurde.

Die Rolle von Lesben und Schwulen in Kuba ist stark im Wandel: Mariela Castros Onkel Fidel hatte nach der kommunistischen Revolution viele Schwule in Internierungslager gesteckt hatte, wo sie qualvoll ums Leben kamen. Im Jahr 1979 wurde Homosexualität zwar legalisiert, Lesben und Schwule wurden aber wegen „antisozialen Verhaltens“ verfolgt. Mittlerweile fordern auch Regierungsmitglieder eine Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare. Private Lesben- und Schwulenorganisationen sind aber nach wie vor verboten.