FPÖ Wien will keine Kampagne gegen Homohasser

Wenige Tage vor der EU-Wahl wettert die FPÖ erneut gegen Lesben und Schwule. Weil die Stadt Wien kein Geld für den Lärmschutz an der A22 kein Geld hat, kritisiert der Freiheitliche Gemeinderat Toni Mahdalik eine Aufklärungskampagne, die von der Stadt Wien unterstützt wird.

Unter dem Titel „SPÖ hat viel Geld für Schwule und Lesben“ heißt es in einer Presseaussendung der FPÖ wörtlich: „Hier hat die SPÖ leider den Stacheldraht ums Geldbörsel gewickelt, während für die ganz, ganz wichtige Kampagne ‚Liebe verdient Respekt‘ die Steuermillionen locker sitzen. Auf Plakaten sollen küssende schwule und lesbische Pärchen auf Deutsch, Türkisch und Bosnisch quasi angefeuert werden – na super! Glückliche SPÖ, kann man da nur sagen, wenn das in Zeiten dramatisch steigender Arbeitslosigkeit ihr größtes Problem ist“, ätzt der ehemalige Profifußballer.

Über solche Aussagen schüttelt Peter Traschkowitsch, Vorsitzender der Initiative „Sozialdemokratie und Homosexualität“ (SoHo) betroffen den Kopf: „Weiß die FPÖ eigentlich noch, gegen welche Bevölkerungsgruppen sie noch hetzen kann? Eines ist sicher: Die FPÖ ist an einer konstruktiven Politik für die Wienerinnen und Wiener nicht interessiert!“

Für Traschkowitsch ist die vom FPÖ-Gemeinderat kritisierte Kampagne „eine wichtige und geeignete Maßnahme, Homosexualität und die Thematik Homophobie in das Bewusstsein der Menschen zu bringen und auch darüber aufzuklären“. Dann attackiert der SoHo-Vorsitzende die Freiheitlichen: „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Daher nochmals an die Adresse der FPÖ und des Gemeinderates Mahdalik: Nehmen sie sich in ihren Aussagen, Vergleichen und Hetzparolen zurück, sie tun diesem Land nichts Gutes“, so Traschkowitsch.

Und auch der offen schwule Grün-Gemeinderat Marco Schreuder ärgert sich über die FPÖ-Aussendung: „Dass die freiheitliche Partei lieber hetzt, als sich mit Lebensumständen verschiedener Bevölkerungsgruppen auseinandersetzen, ist leidlich bekannt. Mahdalik beweist, wie notwendig solche Kampagnen sind.“

Schreuder appelliert außerdem an die zuständigr Stadträtin Frauenberger und an die Beratungsstelle Courage, einige Plakate der FPÖ zukommen zu lassen. „Sie brauchen sie wirklich dringend“, so Schreuder: „Sollten die Freiheitlichen mehr über die Lebensumstände von Lesben und Schwulen erfahren wollen, stehen wir gerne zur Verfügung…“