700.000 Menschen beim Kölner CSD

Nicht nur in Wien wurde am Wochenende mit einer bunten Parade des 40. Jahrestages der Stonewall-Unruhen gedacht. In Köln haben insgesamt 700.000 Menschen den dortigen Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Bei der Parade haben 91 Gruppen mitgemacht, 20.000 Teilnehmer sind unter dem Motto „Unsere Freiheit hat Geschichte – 40 Jahre CSD“ mitmarschiert.

Eines der heurigen Themen war der Kampf gegen Schwulenfeindlichkeit im Fußball. So hat das „Schwule Netzwerk NRW“ beim traditionellen CSD-Empfang DFB-Präsident Theo Zwanziger mit der „Kompassnadel“ für sein Engagement für die „Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen und lesbischen Minderheit“ im Fußball ausgezeichnet. Auch auf der Parade waren die schwul-lesbischen Fußballfans stark vertreten: Unter dem Motto „Fußball ist alles … auch schwul“ haben sich mehr als 100 Mitglieder der Queerfootballclubs zusammengeschlossen – und über alle Vereinsgrenzen hinweg auf der Parade gefeiert.

Bei der Abschlusskundgebung bekam Comedian Hella von Sinnen für ihr Lebenswerk die erste Kölner Lesben- und Schwulentrophäe (KLuST) verliegen. Von Sinnen hatte sich schon Anfang der 1990er mit einer Verfassungsklage für die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule eingesetzt. Sie trug bei der Preisübergabe wie gewohnt einen Overall mit der wenig bescheidenen Aufschrift: „Gut, dass es mich gibt“.

Bemerkenswert: Alle im deutschen Bundestag vertretenen Parteien hatten einen eigenen Wagen – auch die konservative CDU. Sie warb mit ihrem Wagen für den offen schwulen CDU-Bürgermeisterkandidaten Peter Kurth. Auch Unternehmen, die sich für die Rechte von Lesben und Schwulen einsetzen, waren vertreten – zum Beispiel Ford oder IKEA.