Münchner Schwulensauna gegen Islam-Fundamentalisten

Während die Wagen bei der Regenbogenparade in Wien überwiegend unpolitisch waren, will beim Münchner CSD dieses Wochenende ausgerechnet die bekannteste Schwulensauna der Stadt mit einer politischen Botschaft aufregen.

Der Wagen der „Deutschen Eiche“ wird die Todesstrafe für Schwule und Lesben in islamischen Ländern anprangern. Auf einem Galgen ist das Foto zweier Schwuler, die im Iran erhängt wurden, zu sehen. Darüber ein Schild, auf dem „Todesstrafe für Schwule – weg damit!“ steht. Und auf dem Galgen sind Länder aufgelistet, die Schwule hinrichten: Der Iran, Saudi-Arabien, der Sudan, Nigeria und der Jemen.

Für Dietmar Holzapfel, Wirt der Deutschen Eiche, ist die politische Botschaft auf seinem Wagen selbstverständlich. Gegenüber der Münchner „Abendzeitung“ sieht er es als „Pflicht einer politischen Veranstaltung wie dem CSD an, unmenschliche Staaten anzuprangern“. Und er ergänzt: „Dass Menschen bestraft oder benachteiligt werden, nur weil sie schwul sind, ist ein Skandal!“ Dabei geht es nicht nur um den Islam: Die Kritik richte sich, so Holzapfel, nicht generell gegen Muslime – genauso wenig wie die Kritik am Papst generell Katholiken verurteile – sondern gegen „die Religion, die Homosexuelle diskriminiert“.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Wagen der „Deutschen Eiche“ wegen seiner harten politischen Botschaft für Aufregung sorgt. So hat die Bayerische Polizei im Jahr 2006 sein „Papamobil“ verboten, mit dem Holzapfel die Kondompolitik von Papst Benedikt XVI. kritisiert hat. Ermittlungen wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes und Beschimpfung der Kirche wurden eingeleitet, aber nach wenigen Wochen eingestellt. Noch immer prozessiert Holzapfel aber gegen das polizeiliche Verbot des Paradewagens.