DFB-Sicherheitschef ruft schwule Fußballer zum Outing auf

Scharfe Kritik am schwulenfeindlichen Klima unter Fußballfans in Deutschland kommt von Helmut Spahn, Sicherheitsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

„Die Angst, sich als Fußballer zu outen, ist enorm“, so Spahn im Nachrichtenmagazin „Focus“: „Man will sich in dieser Männerwelt nicht angreifbar machen – etwa bei gegnerischen Fans. Aus den Blöcken kommen öfter diskriminierende Rufe wie ‚Schiri, du schwule Sau‘ oder ‚Spiel nicht so schwul'“

Dabei gibt es schwule Spieler in der deutschen Bundesliga, ist sich der 48-Jährige sicher. „Genaue Zahlen aber kennt keiner“. Dabei würde ein Outing auch die Leistungen des Spielers verbessen können, ist sich Spahn sicher: „Es gibt die These, dass Schwule weniger leisten können und verletzungsanfälliger sind, weil sie viel Energie dafür aufwenden, ihre Veranlagung zu verstecken. Manche sollen Kinder haben und verheiratet sein. Das Doppelleben ist psychisch und physisch extrem anstrengend.“ Ein schwules Vorbild im deutschen Profi-Fußball könnte die Situation verändern, ist sich Spahn sicher: „Ein Outing würde uns sicher helfen, unseren Weg intensiver beschreiten zu können. Ich glaube auch nicht, dass dieser Spieler im beruflichen Dasein behindert werden würde.“

Der DFB selbst kämpft seit Jahren massiv gegen Homophobie im Fußball und spricht das Thema auch aktiv an, zum Beispiel bei der Trainerausbildung: „Mittlerweile ist das Thema auch Bestandteil bei der Aus- und Weiterbildung der Übungsleiter und ein wesentliches Kriterium bei der Arbeit der Fanprojekte, für die es bald auch ein Qualitätssiegel geben wird.“ Das WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland am 14. Oktober in Hamburg soll von Veranstaltungen zum Thema Homophobie begleitet werden. Wie die Nationalspieler sich daran beteiligen sollen, ist noch nicht klar.