Brutaler Mord an schwulem Marine bringt Obama in Zugzwang

Ein brutaler Mord an einem schwulen US-Marine bring Präsident Barack Obama in Zugzwang, etwas gegen die derzeit geltende „Don’t ask, don’t tell“-Regel zu tun.

August Provost, ein 29-jähriger schwuler schwarzer US-Marine, wurde in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni während seinem Wachdienst erschossen, die Kabine, in der er Dienst hatte, wurde mit der Leiche angezündet, um Beweismittel zu vernichten. Gerüchten zufolge wurde er vor seinem Tod gefesselt, geknebelt und gefoltert. Das bestreiten die Ermittler.

Genauso leugnen sie, dass Provost wegen seiner Homosexualität umgebracht wurde. Seiner Schwester und einer Tante sagte der Marine aber immer wieder, von Kameraden wegen seiner Hautfarbe und seiner sexuellen Orientierung belästigt worden zu sein. Hätte Provost die Belästigungen bei seinen Vorgesetzten angezeigt, wäre er sofort aus dem Militärdienst entlassen worden.

Denn sobald das Militär erfährt, dass ein Mitarbeiter homosexuell ist, muss es das Dienstverhältnis sofort beenden. Um Schwulen und Lesben trotzdem eine Karriere in der Armee zu ermöglichen, wurde Vorgesetzten verboten, nach der sexuellen Orientierung von Untergebenen zu fragen. Eine verpflichtende Heimlichtuerei, die Provost das Leben gekostet haben dürfte.

Jetzt ist die US-Regierung in Zugzwang: Präsident Barack Obama hatte im Wahlkampf versprochen, „Don’t ask, don’t tell“ zu kippen. Der republikanische Verteidigungsminister Robert Gates hat dieses Versprechen aber mittlerweile wieder relativiert. Die lesbischwule Community fordert nun vom Präsidenten immer stärker Taten statt schöner Worte – immerhin verloren allein heuer schon fast 300 Armeeangehörige ihren Job, weil sie schwul oder lesbisch sind. Dabei kann sie auf Unterstützung der Bevolkerung zählen, die ein Ende der bisherigen Regelung unterstützt. Und auch 100 pensionierte Generäle haben sich im November des Vorjahres für eine Aufhebung von „Don’t ask, don’t tell“ ausgesprochen.