Erstmals offen schwuler Soldat auf Cover der britischen Armee-Zeitschrift

In Großbritannien hat es zum ersten Mal ein schwuler Soldat aufs Titelblatt des offiziellen Magazins der britischen Armee geschafft. James Wharton posiert auf dem Cover des „Soldier Magazine“, in Uniform, inklusive seinem Irak-Abzeichen. Die Schlagzeile dazu: „Pride“.

Seit neun Jahren sind Homosexuelle in der britischen Armee zugelassen. Das Cover zeigt, dass Lesben und Schwule dort auch akzeptiert werden. Und nicht nur das: Soldaten dürfen auch in Uniform auf den Lesben- und Schwulenparaden mitmarschieren, und vor ein paar Monaten hat der Armeechef sogar bei einer Konferenz für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle ganz klar Stellung bezogen: „Respekt für andere ist nicht fakultativ“, gab er die Marschrichtung ganz klar vor.

Doch auch in Großbritannien musste der Wandel zur Toleranz hart erkämpft werden. Wie auch heute noch in den USA war Homosexualität ein sofortiger Entlassungsgrund. Die Wende brachten vier aus der Armee entlassene Schwule, die gegen ihre Entlassung klagten – bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Dieser entschied zu Gunsten der Kläger und machte den Weg für eine Stärkung der Rechte von Homosexuellen in der britischen Armee frei.

Kurz später wurden Armeeangehörige – von denen man bisher erwartet hat, dass sie ihre homosexuellen Kameraden denunzieren – darüber informiert, dass sie ihre schwulen und lesbischen Kollegen ab sofort zu akzeptieren hätten. Und das taten sie auch: Ein vertraulicher Bericht fand vor ein paar Jahren heraus, dass die meisten Offiziere und jungen Soldaten ihre gleichgeschlechtlich liebenden Kollegen akzeptiert haben. Nur bei den älteren Kadern wurde noch „signifikanter Widerstand“ festgestellt.

Schätzungen zufolge leisten derzeit etwa 14.000 Schwule und Lesben in der britischen Armee Dienst. Zwei Drittel von ihnen leben ihre sexuelle Orientierung auch im Dienst offen.