Lesbischwules zentrum in Tel Aviv wieder geöffnet

Die Community von Tel Aviv lässt sich auch durch den Mordanschlag nicht unterkriegen: Bereits gestern war das lesbischwule Zentrum, in dem sich am Samstag die Bluttat ereignet hat, wieder geöffnet.

„Dieser Ort war viele Jahre lang für viele Menschen ein Heim, der einzige Ort, wo sie sich geborgen fühlen konnten, nun fühlt er sich geschändet an“, so Mike Hamel, der Vorsitzende der israelischen LGBT-Organisation Aguda, die das Zentrum betreibt. Er möchte versuchen, die Spuren des Anschlages so rasch wie möglich unsichtbar zu machen, denn „ich weiß nicht, ob ich Jugendliche an einem Ort haben möchte, wo Kugeln in der Mauer stecken“.

Der 26-jährige Nir Katz und die 17-jährige Liz Trobishi wurden bereits am Sonntag beigesetzt. Hunderte Menschen begleiteten sie auf ihrem letzten Weg. Die Schwester von Nir Katz, die in den letzten sieben Monaten mit ihrem Bruder gemeinsam gewohnt hatte, brachte eine Regenbogenfahne mit und legte sie am Ende des Begräbnisses auf sein Grab. Sein Lebensgefährte besuchte die vier Opfer, die noch im Krankenhaus liegen. Bei einem ist der Zustand nach wie vor kritisch.

Besser geht es hingegen bereits dem 16jährigen Or Gil. Er wurde durch zwei Kugeln am Bein und an der Schulter verletzt. Seine Familie sagte der „Jerusalem Post“, dass die Motive des Täters unwichtig sind: „Es ist egal, ob das eine schwule Sache ist oder nicht, der Anschlag ist furchtbar und es ist nie in Ordnung, zu schießen, schon gar nicht auf unschuldige Teenager“. Ob Gil jemals wieder normal gehen können wird, ist noch nicht sicher.