Elton Johns Adoptionswunsch erregt Ukraine

In der Ukraine wird die Adoption eines HIV-positiven Waisenkindes durch Sir Elton John jetzt zum Politikum. Nachdem er die Adoptionsbedingungen – auch wegen seiner Homosexualität – nicht erfüllt, schaltet sich nun auch die orthodoxe Kirche der Ukraine ein. Letzte Hoffnung für den Sänger ist nun Präsident Viktor Juschtschenko.

„Gott sei Dank ist es wegen der nationalen Gesetze für Elton John unmöglich, ein Kind zu adoptieren“, erklärte Kirchensprecher Georgi Guljajew britischen Medien. Denn schwule und lesbische Beziehungen seien eine Sünde: „Das trifft auf alle Homosexuellen zu, auch Elton John. Er ist ein Sünder“, so Guljajew. Schwul zu sein widerspreche nach Meinung der Kirche „der Natur“ und sei eine „Sackgasse für menschliche Entwicklung“: „Anders als Menschen, die von Gott gesegnet sind und natürliche Familien gründen, sind diese Leute Gefangener ihrer Erregung.“

Sir Elton wollte den 14 Monate alten Lew adoptieren, den er in einem Waisenhaus in Makejewka kannengelernt hat. Der Sänger war als Vertreter seiner Aids-Hilfsorganisation in der Ukraine. „Er hat mein Herz gestohlen“, erklärte Sir Elton in einer Pressekonferenz. In den vergangenen Jahren hatte der Sänger immer wieder dementiert, Kinder großziehen zu wollen – das hat der kleine Ukrainer offenbar geändert.

Allerdings wurde der Antrag von Sir Elton von den zuständigen Behörden aus drei Gründen abgelehnt. Erstens dürfen Lesben und Schwule in der Ukraine keine Kinder adoptieren. Zweitens darf der Altersunterschied zwischen Adoptiertem und Adoptiveltern maximal 45 Jahre betragen – der Sänger ist aber bereits 62 Jahre alt. Auch sein Lebenspartner David Furnish, der nächstes Monat 47 Jahre alt wird, ist somit knapp zu alt, um Lew zu adoptieren. Wobei die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft zwischen Sir Elton und Furnish von den ukrainischen Behörden nicht anerkannt wird, was zum dritten Hindernis führt: „Ausländische Bürger, die alleinstehend sind, haben hier kein Recht, Kinder zu adoptieren“, erklärte der ukrainische Familienminister Juri Pawlenko in einer Pressekonferenz.

Jetzt liegen die Hoffnungen von Sir Elton beim ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko. Er kann mit einer Ausnahmegenehmigung die Adoption doch noch zulassen. Das gilt aber nach der Ablehnung durch das Familienministerium als sehr unwahrscheinlich.