30 Nationalisten trotz Paraden-Absage in Belgrad festgenommen

Obwohl die Lesben- und Schwulenparade in Belgrad abgesagt wurde, hat die Polizei gestern etwa 30 Ultranationalisten festgenommen.

Sie haben gegen die nicht stattgefundene Veranstaltung protestiert und so gegen das Versammlungsverbot verstoßen. Etwa ein Dutzend von ihnen, vor allem Nationalisten, nahm an einer „Nicht-Schwulenparade“ teil. Trotz der Absage gab es aus Sicherheitsgründen in den Straßen von Belgrad massive Polizeipräsenz. Diese wurde vom Belgrader Bürgermeister Dragan Djilas gelobt.

Die Organisatoren des Belgrade Pride mussten die erste Schwulenparade seit 2001 am Samstag absagen, weil die Polizei ihnen kurzfristig nicht mehr zusagen konnte, die Teilnehmer vor religiösen und nationalistischen Schlägern zu beschützen. Damit blamierte die Exekutive auch Teile der serbischen Regierung, die hervorgehoben hat, wie wichtig die Veranstaltung für die Meinungsfreiheit in der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik ist.