Bündnis gegen Homophobie in Berlin gegründet

In Berlin ist heute ein Bündnis gegen Homophobie gegründet worden. 24 gesellschaftliche Organisationen und Institutionen, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Deutsche Bank, der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die Berliner Polizei sowie die Jüdische Gemeinde, wollen damit ein Zeichen gegen die zunehmende Gewalt gegen Lesben und Schwule setzen.
Bei der Gründungsfeier im Roten Rathaus dankte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit allen Beteiligten. Außerdem kündigte er eine Initiative des Berliner Senats im Bundesrat zu dem Thema an: Ziel sei es, im Grundgesetz den Schutz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen aufzunehmen. Wowereit hatte sich vor acht Jahren als erster Spitzenpolitiker in Deutschland zu seiner Homosexualität bekannt.
Der Geschäftsführer des Berliner Schwulen- und Lesbenverbandes, Alexander Zinn, sagte am gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), dass besonders bei jungen Männern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Homophobie weit verbreitet sei. Diese Einstellungen würden auch immer öfter in der Öffentlichkeit artikuliert. Dies führe zu einem Klima der Angst, so Zinn. Viele Schwule und Lesben trauten sich deshalb nicht, ihre sexuelle Orientierung offen zu zeigen. 
Der Mitbegründer des schwulen Anti-Gewalt-Projektes „Maneo“, Bastian Finke, erhofft sich von dem Bündnis vor allem Unterstützung bei der Präventionsarbeit bei Jugendlichen. In Schulen und Sportvereinen müsse verstärkt gegen Vorurteile und antischwule Tendenzen vorgegangen werden, so Finke im rbb Radio.