Groß-Demo gegen Gewalt an Lesben und Schwulen in Rom

In Rom haben gestern Tausende gegen Gewalt an Lesben und Schwulen demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter haben sich mehr als 30.000 Menschen für einen Fackelzug durch das historische Zentrum Roms versammelt. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP schätzte die Zahl der Teilnehmer allerdings nur auf 7000 bis 10.000.

Unter den Demonstranten befand sich auch der römische Bürgermeister Gianni Alemanno sowie Vertreter aller politischen Richtungen. Die Abschlusskundgebung fand vor dem Kolloseum statt, in der Nähe der als „Gay Street“ bekannten Via San Giovanni. Dort haben vor einigen Wochen unbekannte Täter Brandsätze in ein Lokal geworfen, mehrere Gäste wurden verletzt.

Die Versammlung zeige, dass „99 Prozent der Stadt jede Form der Intoleranz, der Gewalt und der Diskriminierung ablehnen“, erklärte Alemanno. Allerdings kritisieren italienische Linke, dass der Rechtsruck unter Alemanno erst das Klima der Gewalt geschaffen hat, unter dem Homosexuelle heute in der italienischen Hauptstadt leiden. Danach wurden Texte gegen Rassismus vorgelesen, es fand auch ein Konzert statt.

Es ist nicht die erste Demonstration dieser Art: Bereits Anfang September hatten in Rom mehr als tausend Menschen gegen Gewalt gegen Homosexuelle demonstriert. Zuvor gab es zahlreiche Anschläge und auch Verletzte bei hassmotivierten Prügeleien.