Mehr HIV-Präventation bei schwulen Schweizern

In der Schweiz soll eine eigene Gesundheitsorganisation für Homosexuelle gegründet werden. Das schlägt ein Expertengremium vor, das im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) eine Studie erstellt hat. Denn die Schweiz hat zwar eine gute Basis, wenn es um die Bekämpfung von Aids geht, die Ressourcen werden aber nicht optimal genützt.

Derzeit stecken sich in der Schweiz am häufigsten homo- und bisexuelle Männer beim Sex mit Männern mit dem HI-Virus an. Deshalb will der Leiter des Expertengremiums, Rolf Rosenbrock vom „Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung“, das Virus „an der Wurzel“ bekämpfen. Denn jährlich wird in der Schweiz bei 700 bis 800 Menschen das HI-Virus diagnostiziert. Das sind dreimal mehr Menschen pro Million Einwohner als in Deutschland. Deshalb fordern die Experten, neben verstärkter Prävention auch die Gründung einer Schweizer Gesundheitsorganisation für Schwule zu unterstützen und zu erleichtern. So soll auf diese Zielgruppe stärker eingegangen werden können.

Außerdem muss sich ein Gesamtkonzept auch darum kümmern, dass mehr Menschen auf HIV getestet werden, fordert Rosenbrock. Um allen Menschen den Zugang zu Tests zu gewähren, sollten diese gratis oder zu den tiefst möglichen Preisen durchgeführt werden. Außerdem ist es für die Experten wichtig, dass Organisationen gestärkt würden, die Menschen die mit HIV lebten, unterstützen.

In der Schweiz leben derzeit zwischen 16.000 bis 20.000 Personen mit HIV.