Katholiken in New Jersey für Homo-Ehe

Gut die Hälfte der römisch-katholischen Wähler im US-Bundesstaat New Jersey sind dafür, dass auch Lesben und Schwule heiraten können. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage.

Für die Umfrage wurden Anfang November 903 Wähler befragt. Das Ergebnis bei den bekennenden Katholiken überrascht: Im Gegensatz zur Kirchenführung unterstützen 48 Prozent die Öffnung der Ehe, 40 Prozent sind dagegen und 12 Prozent sind unentschieden. Bei den Protestanten ist das Bild genau umgekehrt: Hier sind nur 34 Prozent für und 55 Prozent gegen eine Öffnung der Ehe. 11 Prozent der Protestanten haben sich noch nicht entschieden. Große Zustimmung für die Homo-Ehe gibt es unter Juden: Hier sind 56 Prozent für die Öffnung der Ehe, 40 Prozent sind dagegen und nur vier Prozent unentschieden. Und die meisten Unterstützer hat die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule unter den Nicht-Religiösen: Hier sind 85 Prozent dafür, zehn Prozent dagegen und fünf Prozent unentschieden.

David Redlawsk, Politikwissenschafter an der Rutgers-Universität und Leiter der Studie, wundert das Ergebnis nicht: „Gleich wie bei anderen sozialen Themen haben Katholiken eine liberalere Meinung als die Kirche selbst. Wenn man bedenkt, dass die Katholiken die größte Religionsgemeinschaft im Bundesstaat sind, macht das einen riesigen Unterschied in der weiträumigen Unterstützung der Homo-Ehe in New Jersey, besonders weil eine Mehrheit der Protestanten – viele von denen Evangelikale – gegen das Gesetz ist.“

Ursprünglich sollte der Senat heute über die Ehe-Öffnung für homosexuelle Paare abstimmen. Allerdings wurde das Votum verschoben, nachdem die Demokraten befürchten, die notwendigen 21 Stimmen nicht zusammenzubekommen. Die Zeit eilt allerdings: Ende Jänner tritt der designierte Gouverneur Chris Christie sein Amt an, und der hat bereits verkündet, gegen die Ehe-Öffnung zu sein.