FPÖ-Nationalrat hetzt weiter gegen schwulen Landtagsabgeordneten

Als er in einem Posting auf der Homepage der „Tiroler Tageszeitung“ (TT) den offen schwulen Grünen Landtagsabgeordneten Gebi Mair als „Landtagsschwuchtel“ bezeichnete, sorgte der Freiheitliche Nationalratsabgeordnete Werner Königshofer für einen politischen Eklat. Und selbst in seiner Entschuldigung legt der ultrakonservative Abgeordnete nach.

In einer Aussendung erklärt Königshofer, Mair künftig „eine homophile Bereicherung des Tiroler Landtags“ zu nennen. „Um seine zarte Seele nicht weiter zu erregen“, ätzt Königshofer weiter.

Den Aufruhr um seine Aussage versteht der Unbelehrbare übrigens noch immer nicht. In der Aussendung weist er darauf hin, dass er auf die „von Mair übrigens selbst geoutete sexuelle Neigung in einem Nebensatz hingewiesen“ habe, weil die Politik des Grünmandatars „völlig an den Interessen der Tiroler Bevölkerung vorbeigehe“.

Auslöser für das Posting von Königshofer war ein Vorwurf Mairs an den Tiroler FPÖ-Obmann, gegen die Unvereinbarkeitsrichtlinien des Tiroler Landtags verstoßen zu haben. Daraufhin meinte Königshofer offenbar, seinen Chef mit einem Angriff auf Mairs sexuelle Orientierung verteidigen zu müssen.

Die Äußerungen des Freiheitlichen schlagen übrigens bis ins Parlament Wellen: Bei Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sorgten die verbalen Entgleisungen Königshofers für Entrüstung: „Für mich ist der Kampf gegen jede Art von Diskriminierung eine Verpflichtung und dazu gehört auch, homophobe Beschimpfungen nicht zu tolerieren“, sagte Prammer. „Solche Äußerungen zeugen von einer intoleranten und undemokratischen Geisteshaltung und dürfen nicht ignoriert werden“, betonte auch die für Gleichstellung zuständige Frauenministerin Heinisch-Hosek.

Doch auch diese Kritik prallt bei Königshofer ab: Er bezeichnete den Tadel von Prammer und Heinisch-Hosek als „moralisierende Worthülsen“ der „beiden Salonsozialistinnen“ und kritisierte deren „politische Einäugigkeit“, etwa bei der Abtreibung „zigtausender ungeborener Kinder“.

Solche Aussagen des Freiheitlichen Abgeordneten überraschen Polit-Kenner nicht. Schließlich war Königshofer in den 1970er Jahren 2. Landessprecher der 1988 verbotenen Nationaldemokratischen Partei (NDP). Später rechtfertigte er seine Mitgliedschaft damit, dass er als 17-Jähriger in die NDP „hineingestolpert“ und danach eine Karteileiche gewesen sei.