Rudolph Moshammers Todestag jährt sich zum fünften Mal

Heute vor fünf Jahren wurde der Münchner Modezar Rudolph Moshammer von seinem Chauffeur tot in seiner Wohnung gefunden.

Bekannt wurde Moshammer durch seine Auftritte mit seinem Yorkshire-Terrier „Daisy“ und seine Frisur „mit zwei Stirnlocken im Stil des Bayernkönigs Ludwig II.“, wie Wikipedia schreibt. Von 1968 bis zu seinem Tod führte er – bis zu ihrem Tod 1993 gemeinsam mit seiner Mutter Else – sehr erfolgreich die Boutique „Carnival de Venise“, außerdem besaß er das älteste Restaurant Münchens, die „Hundskugel“. Kleinere Filmrollen und ein Auftritt bei der deutschen Vorausschaeidung zum Eurovision Song Contest 2001 rundeten das Bild des schrillen Modeschöpfers ab, das er in der Öffentlichkeit hatte.

Als Täter wurde schon zwei Tage nach der Tat der damals 25-jährige Herisch A. verhaftet. Moshammer hatte den Iraker am Münchner Hauptbahnhof, wo die Stricherszene angesiedelt war, angesprochen und in seine Villa im Vorort Grünwald mitgenommen, um mit ihm Sex zu haben. Als es zu einem Streit über die Bezahlung von Herisch A. ging, erdrosselte dieser den Modeschöpfer mit einem Kabel. Im November 2005 wurde der Täter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er Moshammer heimtückisch, aus Habgier und zur Ermöglichung eines Raubes erdrosselt hatte.

Die Meldung vom Tod Moshammers löste in München tiefe Trauer aus: Sein Haus und sein Geschäft waren tagelang von Menschen belagert, die Blumen niederlegten und Kerzen anzündeten. Moshammer war in München für sein soziales Engagement bekannt. So gründete er unter anderem eine Stiftung für Obdachlose und übernahm eine Patenschaft für ein Suchtentwöhnungszentrum für Alkoholkranke.

Die Berichterstattung über den Tod des Modeschöpfers wurde vom Bund Lesbischer und Schwuler Journalisten (BLSJ) kritisiert: Besonders die Verwendung des abwertenden Ausdrucks „Homosexuellen-Milieu“ für die Umgebung, in der sich der Modeschöpfer bewegt hat, erregte in der Community Unmut.