Türkischer Homo-Verband will Ministerin verklagen

Der Türkische Lesben- und Schwulenverband LGBTT will Familienministerin Selma Aliye Kavaf vor Gericht bringen, weil sie Homosexualität in einem Zeitungsinterview als Krankheit bezeichnet hat, die behandelt werden müsse. Das berichten türkische Medien. Außerdem ruft LGBTT zu einer Demonstration gegen die Ministerin auf.

In dem Interview mit der Tageszeitung „Hürriyet“, das zu Beginn des Monats veröffentlicht würde, meinte Kavaf, für sie sei Homosexualität ein „biologischer Defekt“, „diese Sache“ müsse als Krankheit behandelt werden. Deswegen sei sie auch gegen die Homo-Ehe.

Allerdings sorgte Kavafs Meinung auch in ihrer eigenen Partei, der religiös-konservativen Regierungspartei AKP, und der Regierung für Kritik. Mehrere Minister, darunter Gesundheitsminister Recep Akdag, betonten, anderer Ansicht zu sein. Akdag teilte seiner Kollegin öffentlich mit, er sehe Homosexualität nicht als Krankheit. Das Theme gehöre eher in ihren Bereich, da es um „Freiheiten“ ginge – also Toleranz und Gleichberechtigung. Oppositionsabgeordnete forderten die Familienministerin auf, sich bei Lesben und Schwulen zu entschuldigen und zurückzutreten. Auch aus den USA kam Kritik an ihren Aussagen.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Kavaf mit ihren konservativen Aussagen für Kopfschütteln sorgt: Vor kurzem hat sie Kritik an ihrer Meinung nach allzu freizügigen Liebesszenen in Fernsehserien geübt.