Bischof Desmond Tutu verteidigt Lesben und Schwule

Ein mächtiges Wort für die Rechte von Lesben und Schwulen in Afrika hat Friedensnobelpreisträger Bischof Desmond Tutu ergriffen. Das berichtet die „Washington Post“.

„Hass hat keinen Platz im Haus Gottes“, so Tutu: „Niemand sollte aus unserer Liebe, unserem Mitgefühl, unserer Anteilnahme wegen Rasse, Geschlecht, Glauben, Ethnizität oder sexueller Orientierung ausgeschlossen sein. Es sollte auch niemand deshalb von adäquater medizinischer Versorgung ausgeschlossen sein“, spricht Tutu deutliche Worte.

„Schwule, lesbische, bisexuelle und Transgender Menschen sind Teil vieler Familien. Sie sind Teil der Menschheitsfamilie. Sie sind Teil von Gottes Familie. Und sie sind natürlich Teil der afrikanischen Familie“, so Tutu. Er weist auf den Ächtung und Gewalt hin, der Schwule und Lesben in vielen afrikanischen Ländern erleben.

Dass sie auch im Namen Gottes zu Sündenböcken gemacht werden, ärgert den Bischof besonders. Er fordert auf: „Zeig mir, wo Christus sagt ‚Liebe deinen Nächsten, außer die Schwulen‘. (…) Auch homosexuelle Menschen sind nach dem Abbild Gottes geschaffen. Zu einem homophoben Gott würde ich nie beten“, so Tutu.

Dass Lesben und Schwule in vielen Ländern als Sünder verachtet werden, lässt Tutu nicht gelten: „Die Wissenschaftler und Ärzte unter meinen Freunden haben mir erklärt, was so viele homosexuelle Menschen bestätigen, und wovon ich in meinem Herzen weiß, dass es wahr ist. Niemand sucht sich aus, homosexuell zu sein. Sexuelle Orientierung ist wie die Hautfarbe ein Zeichen der Vielfalt. Ist es nicht erstaunlich, dass wir alle nach Gottes Bild geschaffen sind und dennoch so verschieden sind?“