Werner Schroeter ist tot

Der deutsche Theater- und Filmregisseur Werner Schroeter ist tot. Er starb wenige Tage nach seinem 65. Geburtstag an den Folgen seiner Krebserkrankung.

Schroeter gehört zu den Vertretern des „Neuen Deutschen Films“, gemeinsam mit anderen Regiegrößen wie Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff, Werner Herzog und Wim Wenders. Er war für seine kompromisslose Ästhetik und seinen Hang zum Melodram bekannt.

Zu den wichtigsten Filmen Schroeters gehörten das Gastarbeiterdrama „Palermo oder Wolfsburg“, für das er 1980 den Goldenen Bären bekam, die Ingeborg-Bachmann-Verfilmung „Malina“ mit Isabelle Huppert aus dem Jahr 1991, die Dokumentation „Marianne Hoppe – Die Königin“, die er ein Jahr vor dem Tod der Schauspielerin veröffentlichte, und der Film „Deux“ über zwei bei der Geburt getrennte Zwillingsschwestern. Bei der Berlinale 2010 wurde er als „radikaler Experimentierer und großer Außenseiter des Neuen Deutschen Films“ mit dem schwul-lesbischen Teddy Award geehrt.

Privat lebte der offen schwule Regisseur eine Zeitlang mit dem Filmemacher Rosa von Praunheim zusammen. In einem „Liebesbrief“, den Praunheim für den Berliner „Tagesspiegel“ verfasst hat, nannte er seinen verstorbenen Kollegen einen „großen Außenseiter des deutschen Films und der Theaterbühne“, einen „perversen Poeten“ sowie einen „Zauberer des Lichts und der Schönheit“.

Anlässlich seines Geburtstages widmete ihm das Schwule Museum Berlin die Ausstellung „Maria, Magdalena und all die anderen“. Mit „Maria“ war die Callas gemeint. Die Radioübertragung einer Opernarie, die er mit dreizehn Jahren höre, war ein einschneidendes Erlebnis für Schroeter. Die Callas wurde für ihn zum einzigen Idol seines Lebens, er bezeichnete sie in Interviews als „Botin zwischen Gott und den Menschen“.

„Als Ehrung zu seinem Geburtstag geplant, wird die Ausstellung nun seinem Andenken gewidmet sein“, so die Veranstalter. Sie ist noch bis 28. Juni im Schwulen Museum am Berliner Mehringdamm zu sehen.

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