Homo-Ehe in Liechtenstein einen Schritt weiter

Das Fürstentum Liechtenstein macht den Weg frei für Eingetragene Partnerschaften für Lesben und Schwule: Die Regierung möchte mit einem neuen Gesetz „die gesellschaftliche Diskriminierung der Homosexualität beseitigen“, teilte sie heute mit.

Das Lebenspartnerschaftsgesetz, das derzeit in Begutachtung ist, gibt gleichgeschlechtlichen Paaren nicht nur Rechte, sondern nimmt sie auch in die Pflicht. Vorgesehen ist, homosexuelle Paare im Erbrecht, im Sozialversicherungsrecht, in der beruflichen Vorsorge, im Ausländer- und Einbürgerungsrecht, im Steuerrecht sowie im übrigen öffentlichen Recht mit Ehepaaren gleichzustellen. Ein Unterschied zur Ehe: Eingetragenen Lebenspartnerschaften werden allerdings keine gemeinsamen Kinder

erlaubt, weder durch Adoption noch durch fortpflanzungsmedizinische Verfahren.

Damit ist die viermonatige Begutachtungsfrist zu Ende. Justizministerin Aurelia Frick bekam den Gesetzesentwurf im Dezember und legte ihn im Jänner der Regierung vor. Im Landtag könnte das Gesetz dann noch vor der Sommerpause behandelt werden.

Widerstand kommt erwartungsgemäß von der römisch-katholischen Kirche. Der Vaduzer Erzbischof Wolfgang Haas hat wiederholt gesagt, er könne die Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare „niemals gutheißen“, da „praktizierte Homosexualität“ objektiv „eine schwere Sünde“ sei.

Liechtenstein ist derzeit das einzige deutschsprachige Land ohne Eingetragene Lebenspartnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare.