UNO-Kommission kämpft gegen Anti-Aids-Gesetze

Eine eigene Kommission der Vereinten Nationen soll künftig gegen Gesetze kämpfen, die Menschen mit HIV und Aids diskriminieren. Das teilten das UN-Entwicklungsprogramm UNDP und UNAIDS, das Aidsprogramm der Vereinten Nationen, in Genf mit.

Gesetze gegen Lesben und Schwule, Drogenabhängige oder Prostituierte würden in vielen Ländern die Betroffenen „mehr bestrafen als schützen“, heißt es. Für UNAIDS-Chef Michel Sidibé sind sie „eines der größten Hindernisse“ im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit, an der allein im Jahr 2008 zwei Millionen Menschen starben.

So gibt es derzeit in 86 Ländern Gesetze gegen Homosexualität. In sieben Ländern, die meisten von ihnen im Nahen Osten,steht darauf die Todesstrafe. 52 Länder würden die Reisefreiheit von HIV-Positiven einschränken. Es sei an der Zeit, „die Würde dieser Menschen wiederherzustellen und diesen schlechten Gesetzen ein Ende zu setzen“, so Sidibé.

Die Kommission soll nun Experten in verschiedene Länder schicken und dabei 18 Monate lang „Informationen sammeln und austauschen“. Danach soll sie „Empfehlungen“ über Gesetze aussprechen, die allen Menschen Zugang zu Präventionsmaßnahmen und HIV-Infizierten eine Behandlung ermöglichen.