Eröffnung der GayGames in Köln ein voller Erfolg

In Köln wurden am Wochenende die achten Gay Games eröffnet, die olympischen Spiele für Lesben-, Schwule, Bi- und Transsexuelle.

Bei der Eröffnungszeremonie am Samstag im Rheinenergie-Stadion waren neben den rund 10.000 Teilnehmern aus rund 70 Nationen auch zahlreiche Prominente aus Politik und Szene anwesend, unter anderem der deutsche Außenminister Guido Westerwelle, der die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen hat. Damit sind die GayGames nach den Angaben der Veranstalter die größte schwullesbische Sportveranstaltung der Welt. Die Veranstalter erwarten außerdem rund eine Million Besucher.

Dabei sang auch 80er-Ikone Taylor Dayne die offizielle Hymne der GayGames Cologne, „Facing a Miracle“. Kurz vorher wurde – wie bei olympischen Spielen – die Fackel ins Stadion getragen. Mit knapp 3.000 Teilnehmern stellt das Gastgeberland Deutschland die größte Athletengruppe, dahinter die USA mit 2.000 Teilnehmern und Großbritannien mit rund 800 Sportlern. Aus Österreich sind rund 100 Teilnehmer an den Rhein gereist.

In seiner Eröffnungsrede sprach Westerwelle, dass es für Deutschland eine Ehre sei, die GayGames zum ersten Mal in Deutschland austragen zu dürfen. „Wir fragen nicht nach Privilegien, wir fragen nach Respekt“, machte Westerwelle die Grundsätze moderner Lesben- und Schwulenpolitik klar. Er wies auch auf jene Generation hin, „die für unsere Freiheit gekämpft hat“ und damit eine selbstbewusste Lesben- und Schwulenbewegung erst ermöglicht hat. Der Außenminister fand auch scharfe Worte zur Verfolgung von Lesben und Schwulen im Namen des Glaubens: „Keine Religion kann Mord rechtfertigen“, stellte Westerwelle klar.

Innerhalb der nächsten Woche werden die Athleten in Köln ihre Kräfte in 35 Disziplinen messen: Eiskunstlaufen für gleichgeschlechtliche Paare gehört ebenso zum Programm wie Pool Billard und Schach. Auch Heterosexuelle sind startberechtigt. Der älteste Teilnehmer ist 92 Jahre alt, kommt aus den USA, und lässt beim Bodybuilding die Muskeln spielen.

Wie die olympischen Spiele finden auch die GayGames alle vier Jahre in einer anderen Stadt statt. Nach San Francisco, Vancouver und New York waren die Spiele 1998 zum ersten Mal in Europa Gast, als sie in Amsterdam stattfanden. Die nächsten GayGames im Jahr 2014 finden in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio statt.

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