HOSI Wien greift GGG.at-Kritik auf – und Szenewirte frontal an

Auf fruchtbaren Boden ist offenbar die Kritik gefallen, die GGG.at an der Regenbogenparade 2010 geübt hat. In dem Artikel, den wir gleich nach der Parade geschrieben haben, wurde das Fehlen großer Namen der Wiener Lokalszene bemängelt. Nun schließt sich die HOSI Wien als Veranstalterin mit erheblich schärferen Worten dieser Meinung an.

In den aktuellen „Lambda-Nachrichten“ redet HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler Klartext: „Diesbezügliche Kritik kam dann ausgerechnet von einigen kommerziellen Unternehmen der LSBT-Szene, die unfähig bzw. zu gierig sind, selber etwas zur Parade beizutragen, etwa in einen Truck zu investieren und damit den Leuten, von denen sie das ganze Jahr über leben, auch einmal etwas zurückzugeben. Statt verschämt Selbstkritik zu üben, haben sie nichts Besseres zu tun als groß die Klappe aufzureißen. Nach dem Motto ‚Angriff ist die beste Verteidigung‘ versuchen sie, geschickt von ihrer eigenen Verantwortung für das Gelingen der Parade abzulenken und der Veranstalterin die Schuld für das Versagen der kommerziellen Betriebe in die Schuhe zu schieben.“, ärgert er sich merklich über die Nichtanwesenheit der großen Lesben- und Schwulenlokale.

Damit greift Krickler den Hauptkritikpunkt des GGG.at-Artikels auf: „Sehr zurückhaltend bei ihrer Teilnahme waren die Wiener Szenelokale: Die großen Trucks kamen heuer von der HOSI Wien, den Grünen andersrum, der Aids-Hilfe Wien, dem Club Kreativ oder Pinktravel. Die großen Namen der Schwulenlokale konzentrierten sich auf ihre eigenen After-Show-Parties oder marschierten privat bei der Parade mit.“, hieß es etwas dezenter am 4. Juli.

Um jene Gruppen zurückzugewinnen, die sich seit der Übernahme der Regenbogenparade durch die HOSI Wien von der Veranstaltung zurückgezogen zu haben, möchte die HOSI Wien deshalb Mitte Oktober ein Community-Treffen veranstalten. Präsentiert werden soll dabei das Ergebnis einer Feedback-Umfrage. Außerdem gibt es einen Ausblick auf einige Neuerungen und Vorhaben für den Regenbogenball und die Regenbogenparade 2011. Wenn die Community dieses Angebot der HOSI Wien annimmt, könnten solche Treffen künftig alle zwei bis drei Monate stattfinden.