Ließ sich Sex-Sklave des saudischen Prinzen freiwillig töten?

mmer bizarrer werden die Details in jenem pikanten Mordfall, bei dem ein Enkel des saudischen Königs in London vor Gericht steht, weil er einen Bediensteten getötet haben soll, der auch sein Sexsklave gewesen sein dürfte. Der Staatsanwalt vermutet, dass sich der 32 Jahre alte Bandar Abdulaziz mehr oder weniger freiwillig töten ließ.

„Er wurde getötet, ohne sich je gewehrt zu haben, denn der Angeklagte wies keinerlei Verletzungen auf, als er auf der Polizeiwache untersucht wurde. Es sieht so aus, als ob sich Bandar willentlich töten ließ“, so Staatsanwalt Jonathan Laidlaw gestern vor Gericht. Abdulaziz dürfte schon länger von Prinz Saud Abdelasis bin Nasser al Saud, einem Enkel des saudischen Königs, als Sexsklave gehalten worden sein, so dass dieser dem Prinzen keinen Widerstand mehr entgegenbringen konnte oder gar wollte. Bandar Abdulaziz starb im Februar in der Hotelsuite seines Herren. Die Obduktion ergab, dass der Diener brutal geschlagen und gewürgt wurde. Er wies Beißspuren an Arm, Wange und Ohren auf.

Der Prinz selbst schweigt zu den Vorwürfen. Er hat von seinem Recht Gebrauch gemacht, die Aussage zu verweigern. Gegenüber der Polizei gab er allerdings zu, seinen Diener zu Tode geprügelt zu haben, bestritt aber die Tötungsabsicht und eine homosexuelle Beziehung. Hotelangestellte berichteten, dass auch diverse Sexdates und Escorts im Zimmer des saudischen Prinzen verkehrt haben.

Für die Staatsanwaltschaft ist das nur eine Schutzbehauptung, weil auf Homosexualität in Saudi-Arabien die Todesstrafe steht. Damit würde der Prinz auch nicht in seine Heimat abgeschoben werden, weil sich europäische Staaten verpflichtet haben, niemanden in ein Land abzuschieben, in dem ihm Folter oder die Todesstrafe droht.

Wann das Urteil gefällt wird, ist noch nicht klar. Die Geschworenen müssen entscheiden, ob der Prinz wegen Mordes oder Totschlags verurteilt wird.