Ricky Martin: „Meine Mutter stand immer zu mir“

Offen wie nie spricht Ricky Martin über sein Privatleben. Bereits gestern sickerten erste Details des Interviews mit Talk-Queen Oprah Winfrey durch, doch der Sänger hatte auch für die Fernsehzuschauer noch einige Überraschungen parat.

„Ich bin gerade in einer Beziehung, es fühlt sich wunderbar an“, sagte er in seinem ersten großen Interview nach dem Coming Out. „Ich bin in einer sehr schönen Beziehung. Liebe passiert, wenn man sie am wenigsten erwartet. Ich habe nicht danach gesucht“, so Martin weiter. Details über den Mann seines Herzens will er aber nicht preisgeben: „Alles, was ich sagen kann, ist, dass er meine Kinder liebt, und sie lieben ihn. Es könnte nicht besser sein.“

Bereits gestern wurden Teile aus dem Interview bekannt, in denen Martin bekannte, dass sein öffentliches Outing eine gut überlegte, aber letztendlich doch spontane Entscheidung war: „Als mein Assistent hereinkam, habe ich begonnen zu weinen wie ein kleines Kind“, sagte er. „Ich habe geweint, weil ich mich frei fühlte, ich habe mich befreit gefühlt. Ich konnte endlich sagen, dass ich mich selbst komplett liebte“, erzählte er Oprah.

In dem Interview spricht er auch offen darüber, dass er selbst schon früh wusste, dass er schwul ist: „Es war sehr schwierig, weil ich viele Jahre lang versucht habe, jemand anderer zu sein, weil ich in einer konservativen Welt aufwuchs, einer konservativen Kultur, sehr religiös“, erinnert er sich. „Ich habe immer diese Anziehungskraft gespürt, sogar mit vier oder fünf war da diese Spannung. Ganz offensichtlich war es nicht das, was ich fühlen sollte.“

Mit 21 Jahren hat er sich so stark in einen anderen Mann verliebt, dass er ein Leben in der Anonymität seiner Karriere vorziehen wollte: „Ich wollte alles aufgeben und sagen: ‚Gehen wir nach Europa oder Asien‘. Ich war bereit, meine Karriere aufzugeben. Es hat sich wunderbar angefühlt. Aber er hat mir gesagt, dass wir das nicht tun sollten. Er sagte: ‚Deine Aufgabe im Leben ist sehr klar. Du bewegst Menschenmassen und ich kann kein Hindernis dafür sein, du würdest mich ewig dafür verantwortlich machen'“, erinnert sich Ricky Martin bei Oprah weiter.

Obwohl er aus einem konservativen Elternhaus stammt, bekam er von seiner Mutter die Unterstützung, die er brauchte: „Meine Mutter fragte mich: ‚Bist du verliebt?‘ Ich sagte ‚Ja‘, und sie sagte: ‚Mit einem Mann?‘, und ich sagte ‚Ja‘. Sie sagte: ‚Ich liebe dich, mach‘ dir keine Sorgen, komm und drück‘ mich'“.

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