Erste Spur von Cruising-Mörder

Eine heiße Spur gibt es in der Jagd nach jenem Mann, der zwei Cruiser in Deutschland aus nächster Nähe erschossen haben soll.

Der mutmaßliche Täter hat nämlich auch am 6. Juni einen Touristen überfallen: Der Mann stieg am Nachmittag in den Range Rover eines belgischen Touristen, der am Rand des Marktplatzes von Freudenstadt, etwa 70 Kilometer östlich von Straßburg, in seinem Auto wartete. Er bedrohte dabei den 62 Jahre alten Fahrer mit einem Klappmesser und forderte ihn auf, loszufahren. Doch der Fahrer wehrte sich und hupte. Daraufhin musste der Täter flüchten. Passanten verfolgten ihn, es gelang der Polizei, ein Phantombild des Mannes anzufertigen. Außerdem hat der Täter dabei DNA-Spuren hinterlassen und auf der Flucht ein auffälliges Klappmesser der französischen Marke Laguiole fallengelassen. Auffällig: Bei dem Klappmesser ist die Klinge mit 17 Zentimeter länger als der zehn Zentimeter lange Griff.

Die Spuren wurden mit ähnlichen Verbrechen verglichen. Jetzt kam die Bestätigung: „Wir haben vergangene Woche vom Landeskriminalamt erfahren, dass Tatortspuren übereinstimmen“, so der Böblinger Polizeisprecher Uwe Vincon. Der Unbekannte aus Freudenstadt hat die gleiche DNA wie jener Mann, der den 30-jährigen Heiko S. auf einem Autobahnparkplatz in Magstadt, westlich von Stuttgart, erschossen hat. Auch ein ähnlicher Mord einem 70-jährigen Cruiser in der Nähe des Frankfurter Flughafens dürfte auf das Konto des Unbekannten gehen.

Der Mann ist 50 bis 65 Jahre alt, wirkt gepflegt und ist etwa 170 bis 175 Zentimeter groß. Bei dem Überfall auf den Range Rover trug er eine dunkle Hose, ein cremefarbenes Hemd und vermutlich eine dunkle Umhängetasche. Da auf dem Marktplatz während der Tat der Hamburger Fischmarkt Station machte, bittet die Polizei Besucher, die vor allem bei den Wasserfontänen fotografiert haben, um ihre Mithilfe: Der Täter könnte auf den Fotos zu sehen sein.

Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung des Doppelmörders führen, haben die Staatsanwaltschaften Stuttgart und Darmstadt eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.