Israel will Freund von Tel-Aviv-Opfer ausweisen

Als im August 2009 ein vermummter Mann ein Jugendtreffen der Tel Aviv Gay and Lesbian Association (AGUDA) stürmte und mit einem Sturmgewehr ein 17-jähriges Mädchen und einen 26-jähriger Gruppenleiter erschoss, war ganz Israel in Trauer. Gegenüber dem Lebensgefährten des ermordeten Gruppenleiters will der Staat Israel aber nun mit ganzer Härte vorgehen.

Der Deutsche Thomas Schmidt war der Lebensgefährte von Nir Katz, der bei dem Anschlag erschossen wurde. In Israel durfte der heute 27-Jährige nur bleiben, weil sein Partner Israeli war. Bereits einen Monat nach der Ermordung von Katz bekam er einen Ausweisungsbescheid. Nur durch den Einsatz seiner Schwiegereltern durfte er damals mit einem verlängerten Touristenvisum im Land bleiben.

Doch jetzt bekam er erneut Post vom Innenministerium: Schmidt muss bis zum Ende des Monats das Land verlassen und nach Deutschland zurückkehren. Sein Visum, das normalerweise nur drei Monate gelte, sei bereits um neun Monate verlängert worden, so das Ministerium. Der junge Mann ist insgesamt seit sechs Jahren in Israel.

Alaya Katz, die Mutter von Nir, hat bereits bei den Behörden alles versucht, um dem Partner ihres ermordeten Sohnes ein Dauervisum zu ermöglichen – doch ohne Erfolg. Schmidt ist verzweifelt: „Mein ganzes Leben ist in Israel. Meine Freunde, mein Job, meine Familie“, so der Sozialarbeiter. Er möchte weiter gegen den Bescheid kämpfen.