Öffnet Uruguay Ehe für Lesben und Schwule?

Nach Argentinien könnte nun auch Uruguay die Ehe für Lesben und Schwule öffnen.

Der Abgeordnete Sebastián Sabini brachte einen Gesetzesvorschlag ein, der das Eherecht modernisieren soll. So fehlen in dem Gesetz alle geschlechtsspezifischen Ausdrücke. Statt aus „Mann und Frau“ würden Ehepaare dem neuen Gesetz zufolge aus „zwei Erwachsenen“ bestehen. Und diese könnten auch das gleiche Geschlecht haben.

Sabini betont, dass der Schwerpunkt des neuen Gesetzentwurfs nicht die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ist, sondern „das gleiche Recht auf Ehe, unabhängig von biologischen oder sozialem Geschlecht und Religion“. Bei der Erarbeitung des Gesetzes half ihm die lesbischwulen Gruppe „Ovejas Negras“ (Schwarze Schafe).

So würde der Entwurf Sabinis auch mehr Rechte für alle bringen, deren Partnerin ein Kind durch künstliche Befruchtung zur Welt gebracht hat. Auch neu: die Geschlechtsanpassung eines Partners wäre nach dem neuen Gesetz ein Scheidungsgrund.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz beschlossen wird, ist durchaus hoch: Sabinis Partei „Frente Amplio“ stellt in beiden Kammern des Parlaments die Mehrheit. Auch die meisten anderen Parteien stehen den Plänen grundsätzlich positiv gegenüber.

Bereits seit 2008 gibt es für gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare in Uruguay die Möglichkeit, ihre Partnerschaft eintragen zu lassen. Dafür müssen sie aber bereits fünf Jahre zusammenleben. Seit September 2009 können in eingetragener Partnerschaft lebende gleichgeschlechtliche Paare auch Kinder adoptieren.

Derzeit können gleichgeschlechtliche Paare in Lateinamerika in Argentinien und Mexiko-Stadt halten, Brasilien diskutiert über die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule.