Geoutete Mitarbeiter nutzen Firma

Dass ein Coming Out in der Firma positiv für den betroffenen Mitarbeiter ist, ist bekannt. Einer aktuellen Studie der privaten Universität von Rochester im US-Bundesstaat New York könnte dieser Effekt aber größer sein als bisher angenommen.

So leiden geoutete Schwule, Lesben und Bisexuelle viel weniger an Depressionen, wenn sie von ihrer Umgebung akzeptiert werden. Das ist eines der Ergebnisse der Studie. Sie bestätigt damit eine weitere Studie der Columbia University, dass eine tolerantere Umgebung in der Schule bei psychischen Probleme schwuler Burschen helfen und so die Selbstmordrate senken kann.

Dem entsprechend fordert Richard Ryan, einer der Studienautoren, gesetzliche Vorgaben für Antidiskriminierungsrichtlinien am Arbeitsplatz. Denn immerhin 45 Prozent der Befragten verheimlichen ihre sexuelle Orientierung am Arbeitsplatz, gegenüber den Freunden liegt dieser Wert nur bei 13 Prozent. Am offensten mit ihrer Sexualität gingen Lesben um, am wenigsten offen Bisexuelle.

Diese sind auch für die seelische Gesundheit besonders wichtig, betont Ryan: Freunde würden Schwulen, Lesben und Bisexuellen viel stärker als Heterosexuellen helfen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Mit einem stabilen Freundeskreis, in dem sie geoutet sind, hatten die Befragten auch keine negativen Auswirkungen auf ihre Psyche zu befürchten, wenn sie zum Beispiel in der Firma ungeoutet blieben. „Die Menschen beurteilen ihr Umfeld und bestimmen, ob es dort sicher ist oder nicht“, so Ryan.