Aeroflot zwingt schwulen Flugbegleiter zur Hochzeit

In Russland soll die staatliche Fluglinie Aeroflot versucht haben, einen schwulen Flugbegleiter zu einer Heirat mit einer Frau zu zwingen, nachdem er innerhalb der Firma eine schwul-lesbische Gruppe gründen wollte. Das berichtet das Portal „GayRussia“.

Vor ungefähr einem halben Jahr wollte der 25-jährige Maxim Kuprejew die schwul-lesbischen Angestellten seines Arbeitgebers, der Fluglinie Aeroflot, vernetzen. Eine solche Gruppe lehnt die Fluggesellschaft strikt ab. Aeroflot-Sprecherin Irina Dannenberg sagte in einer ersten Stellungnahme, es sei notwenig, das Privatleben vom Arbeitsleben zu trennen.

Kuprejew berichtet von Schikanen seitens der Unternehmensführung. So soll sie ihm eine Anweisung gegeben haben zu heiraten, sonst würde er seinen Job verlieren. Aus Verzweiflung heiratete Kuprejew dann im Dezember eine alte Schulfreundin.

Nun rufen schwul-lesbische Aktivisten dazu auf, Aeroflot zu boykottieren. Sie fordern auch den Ausschluss der russischen Fluglinie aus der „Sky Team“-Allianz, zu der auch die traditionell homofreundliche Air France/KLM und Delta Airlines gehören.

Am 9. Februar, dem 89. Gründungstag der Aeroflot, wollen die Aktivisten auch in Moskau demonstrieren. Ob diese Demonstration genehmigt wird, ist allerdings unklar. Ein erster Protest im Juli war bereits untersagt worden, GayRussia hat dagegen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Protest eingelegt.