LSVD fordert Blutspende-Möglichkeit für Schwule

In Deutschland fordert der Lesben- und Schwulenverband (LSVD), dass auch schwule Männer zur Blutspende zugelassen werden, wenn ihr Sexualverhalten kein erhöhtes Risiko birgt.

Derzeit dürfen Homosexuelle auch in Deutschland kein Blut spenden. Klaus Jetz, Geschäftsführer des LSVD, ärgert das: „Es wird der Eindruck erweckt, dass Schwule häufig ihre Partner wechselten.“ Das sei nicht hinnehmbar. Auf dem Fragebogen, der vor dem Blutspenden ausgefüllt werden muss, sollte nicht nach der sexuellen Orientierung gefragt werden.

„Die Frage muss stattdessen lauten, ‚Praktizieren Sie Safer Sex?'“, fordert Jetz. Denn so könnte auch das Gesundheitsrisiko von heterosexuellen Spendern besser eingeschätzt werden. Statt nach Risikogruppen sollte also, so Jetz, nach Risikoverhalten gefragt werden.

Denn Blut werde auch in Deutschland dringend benötigt. Und immer wieder melden sich entsetzte schwule Männer beim LSVD, die kein Blut spenden dürfen, weil sie ehrlich waren. Viele könnten deshalb falsche Angaben machen. „Das ist aber keine zufriedenstellende Lösung“, ist sich Jetz bewusst.

Deshalb drängt der LSVD seit Jahren bei allen relevanten Organisationen in Deutschland – der Bundesärztekammer, beim Robert Koch Institut und anderen Blutspende-Einrichtungen – auf eine „diskriminierungsfreie Regelung“. Allein der Erfolg bleibt aus.

Auch in Österreich sind Männer, die in ihrem Leben einmal schwulen Sex hatten, lebenslang vom Blutspenden ausgeschlossen. Dass es anders geht zeigen Italien oder Spanien: Dort ist schwules Blut willkommen.