[Video] ‚Ein gewaltiger Satz für die Menschheit‘

Gestern Abend hat US-Präsident Barack Obama zum ersten Mal in einem Fernsehinterview bekanntgegeben, die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule zu unterstützen.

Dafür bekommt er Beifall, zum Beispiel vom amtierenden New Yorker Bürgermeister Mike Bloomberg. In seinem Blog bezeichnet der liberale Republikaner die Entscheidung Obamas als „wichtigen Wendepunkt in der Geschichte der amerikanischen Bürgerrechte. Kein amerikanischer Präsident hat jemals eine wichtige Ausweitung der Bürgerrechte unterstützt, die nicht auch letztendlich vom amerikanischen Volk akzeptiert wurde – und ich habe keinen Zweifel, dass dies keine Ausnahme sein wird.“

Eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Bloomberg am Dienstag veröffentlicht hat, gibt Bloomberg recht: Dem zufolge unterstützen 50 Prozent der US-Bürger die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule, 48 Prozent sind dagegen.

Bloomberg bezeichnete die Ankündigung Obamas als „Zeugnis für die Überzeugung des Präsidenten, und es fußt auf dem mutigen Fundament, das so viele Amerikaner über die Jahre für gleiche Rechte gegenüber schwulen und lesbischen Amerikanern gebildet haben, bis hin zum Stonewall Inn in Greenwich Village.“

Über Twitter hat auch Ellen DeGeneres Präsident Obama „für Ihre wunderschönen und mutigen Worte“ gedankt: „Ich bin überwältigt“. Als sie in ihrer Talkshow sagte, dass Obama sich für gleichgeschlechtliche Ehen ausspricht, gab es Standing Ovations.

Auch CNN-Talker Piers Morgan bezeichnete Obamas Entscheidung via Twitter als „kleinen Schritt für ihn – einen gewaltigen Satz für die Menschheit“. Auch der puertoricanische Sänger Ricky Martin „applaudiert Präsident Barack Obama, weil er bekräftigt, dass alle Amerikaner gleiche Rechte genießen sollen“. „Glee“-Star Jane Lynch, die mit der Psychologin Lara Embry verheiratet ist, teilte der Welt über den Kurznachrichtendienst mit, sie sei „verdammt happy heute“.

Nicht so erfreut ist erwartungsgemäß der erzkonservative Nachrichtensender „Fox News“. Sie werfen Obama vor, der „Ehe den Krieg erklärt zu haben“. Auch der designierte Republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat nicht vor, seine Meinung zu ändern. „Als diese Themen in meinem Bundesstaat Massachusetts aufgekommen sind, habe ich meine Meinung kundgetan, die lautet, dass ich die Ehe zwischen Menschen des gleichen Geschlechts nicht befürworte, und ich befürworte nicht Eingetragene Partnerschaften wenn sie bis auf die Ehe identisch mit der Ehe sind.“