‚Moscow Pride‘ zum siebenten Mal in sieben Jahren verboten

Auch dieses Jahr haben die Behörden in Moskau die Lesben- und Schwulenparade verboten.

Der bekannte russische Schwulenaktivist Nikolai Alexejew hatte beantragt, am Sonntag mit bis zu 1.000 Teilnehmern zum Revolutionsplatz am Kreml ziehen zu dürfen. Er sei bereit gewesen, auch jeden anderen Ort zu akzeptieren und auf „Obszönität und Nacktheit“ zu verzichten, twitterte er.

Wie Wassilij Olejnik, der stellvertretende Chef des Moskauer Sicherheitsdepartement, am Freitag mitteilte, wurde der Antrag abgelehnt. Als Grund gaben die Behörden an, dass die Parade wegen der erwarteten „negativen Reaktion in der Gesellschaft“ nicht genehmigt werden könne. Die russische Öffentlichkeit werte eine solche Kundgebung als „Provokation“, die Kindern und Jugendlichen „moralischen Schaden“ zufüge.

Es ist insgesamt das siebente Mal innerhalb von sieben Jahren, dass die Moskauer Behörden die Abhaltung einer Lesben- und Schwulenparade verbieten.

Auch dieses Jahr will Alexejew gegen das Verbot berufen. Schlimmstenfalls wollen er und seine Kollegen aber auch ohne Genehmigung demonstrieren: Auf der Website GayRussia haben sie angekündigt, gegen einen Gesetzesentwurf zu protestieren, der auch in Moskau „Propaganda von Homosexualität unter Minderjährigen“ verbieten will.

Dabei bereiten sie sich bereits auf „Zusammenstöße“ vor. Auch hier haben die Aktivisten rund im Alexejew Erfahrung: In den letzten Jahren wurden die nicht genehmigten Lesben- und Schwulendemonstrationen zum Teil gewaltsam von der Polizei aufgelöst oder von Rechtsradikalen angegriffen.