[Video] Ist der ‚Schlächter von Montreal‘ in Paris?

Luka Rocco Magnotta, der verdächtigt wird, in Montreal einen chinesischen Studenten umgebracht zu haben, soll sich in Paris aufhalten. Mehrere Zeugen wollen ihn dort gesehen haben. Die französische Polizei ist in Alarmbereitschaft – sie hält den gescheiterten Schwulenporno-Darsteller für extrem gefährlich.

Interpol hat mittlerweile Überwachungsbilder von Magnotta veröffentlicht: Sie zeigen ihn, wie er durch die Sicherheitskontrolle eines Flughafens geht. Nähere Informationen, um welchen Flughafen es sich handelt, und wann die Aufnahmen gemacht wurde, gab Interpol nicht bekannt.

Die französische Polizei bekommt hunderte Hinweise: Ein Mann will den 29-Jährigen Anfang der Woche vorübergehend bei sich beherbergt haben. Der Besitzer einer Bar im 17. Pariser Arrondisment will Magnotta am Donnerstag abend in seinem Lokal, dem „Le Petit Batignolles“, erkannt haben: „Er war sehr nervös und hat auf Englisch ein Cola zum Mitnehmen bestellt.“, zitiert ihn die Zeitung „Le Parisien“ in ihrer Sonntags-Ausgabe. Er habe die Flasche in einem Zug geleert, dann wurde er von einem Mann angesprochen, den er offensichtlich kannte. Danach gingen sie gemeinsam in ein nahe gelegenes Hotel.

Brigitte Kuster, Bezirksvorsteherin des 17. Arrondisments, bestätigte diese Angaben: „Er wurde im Café von Überwachungskameras aufgenommen. Aber im Hotel war er nicht zu sehen weil er einen Hut trug“, erzählte sie dem kanadischen Fernsehsender CBC.

Als die Polizei am Samstag ein Hotel im Pariser Vorort Bangnolet stürmte, weil sie dort sein Handysignal ortete, dürfte sie Magnotta nur um wenige Augenblicke verpasst haben: Er habe auf der überstürzten Flucht in seinem Zimmer mehrere Gegenstände, unter anderem Pornomagazine und einen Spuckbeutel von seinem Flug nach Paris, zurückgelassen, die ihm zuzuordnen seien, berichten Medien unter Berufung auf Polizeikreise.

Einfach wird die Jagd nach Magnotta nicht: Im seinem Blog hat er bereits philosophiert, wie man am Besten von der Bildfläche verschwinden kann, und in den letzten Jahren tauchte er unter verschiedenen Namen auf, unter anderem als Eric Clinton Newman und Vladimir Romanov. Auch als Frau dürfte er manchmal in Erscheinung treten.

Magnotta wird dringend verdächtigt, in seinem Apartment in Montreal den 33-jährigen chinesischen Studenten Jun Lin mit einem Eispickel und einem Küchenmesser umgebracht zu haben. Einigen kanadischen Medienberichten zufolge hatten die beiden Männer eine sexuelle Beziehung. Nach dem Mord zerstückelte er die Leiche und verging sich sexuell an ihr. Das zeichnete er auch auf Video auf und stellte den Clip ins Internet. Einige Körperteile schickte er per Post an die Zentrale politischer Parteien in Kanada, der Torso wurde in einem versperrten Koffer im Hinterhaus von Magnottas Wohnhaus entdeckt. Außerdem soll er in Kontakt mit US-Neonazis gestanden haben.

Wie die britische Boulevardzeitung „The Sun“ berichtet, war Magnotta bereits vor einem halben Jahr im Visier britischer Ermittler: Damals ging es um ein Internetvideo, das zeigt, wie er ein Katzenbaby umbringt. Nachdem Reporter der Zeitung begonnen hatten zu recherchieren, schickte Magnotta ihnen ein Mail, in dem es geheißen haben soll, der „nächste Film“ werde sich nicht „nur um Katzen drehen, sondern auch ein paar Menschen enthalten“.