Tiefer Blick in die Augen verrät schwule Männer

Ein tiefer Blick in die Augen kann die sexuelle Orientierung des Gegenübers verraten – wenn es sich um einen Mann handelt, der gerade Pornos schaut.

Zu diesem Schluss kamen zumindest Forscher der Cornell-Universität in Ithaca im US-Bundesstaat New York. Sie haben 325 schwulen, lesbischen, bi- und heterosexuellen Freiwilligen einminütige Filmsequenzen vorgespielt: Einen masturbierenden Mann, eine masturbierende Frau, und neutrale Landschaftsbilder. Dabei haben sie die Reaktion der Pupillen gemessen.

Das Ergebnis der Untersuchung: Frauen reagieren meistens sowohl auf Männer als auch auf Frauen. Das liegt aber nicht unbedingt daran, dass sie bisexuell sind: Evolutionsbiologisch bedingt reagieren Frauen unbewusst auf jeden sexuellen Reiz, auch wenn sie ihn gar nicht als Reiz wahrnehmen.

Bei Männern ist das Ergebnis eindeutiger: Ihre Pupillen haben nur bei den Filmen reagiert, von denen sie sich sexuell angesprochen gefühlt haben. „Wenn beispielsweise ein Mann sagt, dass er hetero ist, erweitern sich seine Augen, wenn er Frauen ansieht“, erklärt der Entwicklungspsychologe Ritch Savin-Williams, der die Studie geleitet hat. Bisexuelle Männer reagierten auf beide Geschlechter, schwule Männer nur auf Männer.

Die Reaktion der Pupillen ist ein Reflex, kann willentlich also kaum gesteuert werden. Deshalb könne bei Männern so die sexuelle Orientierung sehr genau vorhergesagt werden, erklärt Savin-Williams. Dabei sei der Pupillen-Test zuverlässiger als die derzeit angewandte Methode, den Blutfluss in die Genetalien zu messen.

Diese Erkenntnisse könnten Männern helfen, die ihre sexuelle Orientierung nicht akzeptieren wollen, hofft Savin-Williams. Allerdings seien noch weitere Forschungen nötig: So müssten unter anderem Experimente in verschiedenen Kulturkreisen durchgeführt werden, um festzustellen, ob auch gesellschaftliche Faktoren eine Rolle spielen.