HOSI Wien fordert Ende staatlicher Privilegien für russisch-orthodoxe Kirche

In einem Brief fordert die HOSI Wien von Unterrichtsministerin Claudia Schmied, der russisch-orthodoxen Kirche in Österreich den Status als staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft zu entziehen. Denn diese hetzt mittlerweile auch außerhalb Russlands gegen Lesben und Schwule.

„In jüngster Zeit hat die russisch-orthodoxe Kirche – und das ist auf keinen Fall widerstandslos hinzunehmen – ihre antidemokratischen und menschenrechtsfeindlichen Aktivitäten auch ins Ausland verlagert“, ärgert sich HOSI-Wien-Generalserkretär Kurt Krickler: So habe sie am 11. August, dem Tag der Lesben- und Schwulenparade in Reykjavik, in einer Tageszeitung ein Inserat veröffentlicht, in dem Homosexualität verurteilt wird.

„Wir halten dies für sehr bedenkliche Entwicklungen“, ergänzt Christian Högl, Obmann der HOSI Wien. „Natürlich soll das Recht auf freie Meinungsäußerung auch für Religionsgemeinschaften und ihre Vertreter gelten, und wir fordern hier auch gar keine Einschränkungen: Wenn sie Homosexualität als Sünde verurteilen, nehmen wir gerne den demokratischen Meinungs- und Ideenstreit mit ihnen auf. Aber es kann nicht angehen, dass solche homophoben und antidemokratischen Haltungen durch die staatliche Anerkennung dieser Bekenntnisgemeinschaft, mit der zusätzlich viele unserer Meinung nach völlig ungerechtfertigte Privilegien einhergehen, auch noch den Segen des Staates erhalten und damit indirekt vom Staat gutgeheißen werden. Dies widerspricht auch fundamental dem Prinzip der Trennung von Kirche und Staat, auf dem Österreich eigentlich aufgebaut sein sollte.“

Besonders bedenklich sei auch die Rolle, die die russisch-orthodoxe Kirche in Russland selbst einnimmt – dort regiere sie quasi mit und unterstütze die Politik Putins, die Rechte von Lesben und Schwulen drastisch einzuschränken, so die HOSI Wien in ihrem Scheiben an die Unterrichtsministerin.