‚Homo-Paare mitschuld an Geburtenrückgang‘

In Polen hat die römisch-katholische Kirche wieder gegen gleichgeschlechtliche Paare gehetzt – und ihnen indirekt Mitschuld an der niedrigen Geburtenrate des Landes gegeben.

Bei einem Hirtenwort, das am Sonntag in allen Gottesdiensten in Polen verlesen wurde, bezeichneten es die Bischöfe als „wahre Katastrophe“, dass Polen bei der Geburtenrate nur Platz 209 von 221 belege. „Polen wird vor unseren Augen immer älter, und junge Familien bekommen oft nur ein Kind oder verzichten ganz auf Nachwuchs“, so die Bischöfe.

Schuld daran seien „Angriffe auf das traditionelle Familienbild“ – so auch eine Gesetzesinitiative der regierenden rechtsliberalen „Bürgerplattform“ (PO), die eingetragene Lebenspartnerschaften auch von homosexuellen Paaren zulassen will. Die Bischöfe rufen Regierung und Parlament auf, „mehr Respekt und Unterstützung für Familien“ zu zeigen.

Anlass für das Hirtenwort ist der jährliche „Papsttag“, den die römisch-katholische Kirche in Polen seit 2001 jeweils um den 16. Oktober herum feiert. Am 16. Oktober 1978 war Karol Wojtyla zu Papst Johannes Paul II. gewählt worden.