Älteren Partner erschlagen und entmannt: Unzurechnungsfähig?

In New York hat das 22-jährige Model Renato Seabra zugegeben, seinen Partner, den 65 Jahre alten Schwulenaktivisten Carlos Castro, ermordet zu haben. Der Fall war im Jänner 2011 wegen seiner Brutalität in den Schlagzeilen. Seinem Anwalt zufolge ist Seabra, der eigentlich heterosexuell sein soll, psychisch krank.

Der portugiesische Schwulenaktivist und Publizist Carlos Castro wurde mit einem Monitor erschlagen und entmannt in seinem Hotelzimmer in Manhattan aufgefunden – kurz darauf wurde sein damaliger Freund, das Model Renato Seabra festgenommen.

Sein Anwalt versucht nun offenbar, seinen Mandanten als unzurechnungsfähig hinzustellen. Gegenüber der „New York Daily News“ erklärte er, Seabra habe einen „psychotischen Schub“ erlitten, weil ihn die Beziehung zu einem älteren Mann so belastet habe.

Daher trennte er, nachdem er Castro erschlagen hatte, seinem Opfer die Hoden mit einem Korkenzieher ab und trug sie als Armbänder. Seabra wollte, so sein Anwalt, damit das „Virus der Homosexualität“ vertreiben, weil ihm das von Gott befohlen wurde. „Er hat das zum eigenen Schutz gemacht und ist damit durch die Straßen von Manhattan gelaufen. Er hat Menschen berührt und dachte, er könne sie mit seiner neuen Macht von Aids heilen“, erklärt der Anwalt.

Daher sei sein Mandant zum Zeitpunkt der Tat unzurechnungsfähig gewesen und deshalb freizusprechen. Er solle aber in einer psychiatrischen Klinik auf unbestimmte Zeit behandelt werden.

Eine Erklärung, der die zuständige Staatsanwältin Maxine Rosenthal nichts abgewinnen kann. Sie sieht den Fall anders: Das Model Renato Seabra sei eigentlich heterosexuell und nur wegen seiner Karriere mit Castro zusammen gewesen. „Er wollte schöne Dinge – Kleider, Elektronik, Geschenke für die Familie. Als Carlos Castro in Renato Seabras Leben auftauchte, sah er seine Chance“, so Rosenthal.

Die beiden hatten zwei Monate lang eine Beziehung, die zunächst harmonisch war. Als Castro erfuhr, dass ihn Seabra mit Frauen betrog, wollte er die Beziehung allerdings beenden. An dem Abend, als Seabra mit ihm Schluss machen wollte, geschah die Bluttat.

Erkennt das Gericht Seabra als zurechnungsfähig an, droht ihm eine Haftstrafe zwischen 25 Jahren und lebenslänglich.