Football-Spieler helfen gemobbten Kindern – wenn sie nicht schwul sind

Am Sonntag treten die San Francisco 49ers im Super Bowl gegen die Baltimore Ravens an – einen Kampf haben sie aber schon heute verloren: Den um die Herzen der schwulen und lesbischen Football-Fans. So hat sich vor wenigen Tagen Cornerback Chris Culliver gegen schwule Spieler in der NFL ausgesprochen – und nun behaupten zwei seiner Teamkollegen, nicht gewusst zu haben, dass sie mit ihrem „It gets better“-Video schwule und lesbische Kinder unterstützen.

„Das war ein Video gegen Mobbing, nicht für Schwule.“

Die Aktion „It gets better“ wurde nach einer Serie von Teenager-Selbstmorden begründet: Prominente wie Durchschnittsbürger erzählen in Videos, dass es sich auszahlt, die Schmähungen und Kränkungen in der Schule oder im Internet zu ertragen und durchzutauchen, weil sich das Leben danach lohnt.

Unter diesen Prominenten waren auch 49er-Linebacker Ahmad Brooks und Defensive Takle Isaac Sopoaga. Sie haben nun gegenüber der Tageszeitung „USA Today“ erklärt, nicht gewusst zu haben, dass es bei der Aktion speziell um die Ermutigung von schwulen, lesbischen, bisexuellen und transgender Jugendlichen geht.

„Das ist Amerika, und wenn jemand schwul sein möchte, kann er schwul sein. Aber ich hab’ kein Video gemacht“, erklärte Brooks der Zeitung. Als er es dann vorgespielt bekam, antwortete er: „Oh, das. Das war ein Video gegen Mobbing, nicht für Schwule.“ Sopoaga hat sogar bestritten, überhaupt ein Video gedreht zu haben. „Das habe ich nie gemacht, und jetzt verwendet jemand seinen Namen“, zitiert ihn „USA Today“.

„It gets better“-Gründer löscht Video empört

Für Dan Savage, Gründer der Aktion „It gets better“ haben diese Kommentare das Fass zum Überlaufen gebracht. Er hat das Video der San Francisco 49ers von der Website gelöscht. Nach Informationen von „The New Civil Rights Movement“ war es das erste Mal, dass Videos von der „It gets better“-Website gelöscht wurden.

Klassische Homophobie wurde hingegen beim 49ers-Cornerback Chris Culliver deutlich. Er hat gesagt, dass ein offen schwuler Spieler in seinem Team nicht willkommen wäre. Nach einem Shitstorm im Internet rudert das Management der Mannschaft zurück und hat eine Stellungnahme veröffentlicht, sie würden „die LGBT-Community stolz unterstützen“.

Ironischerweise macht gerade jetzt ein ehemaliger schwuler Spieler der San Francisco 49ers Schlagzeilen: Krame Harris steht vor Gericht, weil er seinen Ex-Freund tätlich angegriffen hat. In den Medien wurde sein Verhalten übrigens von vielen seiner ehemaligen Teamkollegen verteidigt.

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