Pühringer warnt vor Gleichstellung von Homo-Partnerschaften

Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer von der ÖVP warnt vor der Gleichstellung von Schwulen und Lesben – und begründet diese Warnung mit der Bibel.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Der Standard“ sagt er über gleichgeschlechtliche Partnerschaften: „Ich warne eindringlich vor Gleichstellung. Denn da wird das Grundbild abgewertet, das man anzustreben hat. Toleranz heißt nicht Gleichstellung. Toleranz heißt nur, dass ich akzeptiere, dass es das andere auch gibt.“

Das ÖVP-Idealbild der Familie bestehe nach wie vor aus Vater, Mutter und Kindern – „das zu sagen ist nicht uncool“, so Pühringer weiter. Sollte dies nicht gelingen, wie zum Beispiel bei Alleinerzieherinnen, habe man „großes Verständnis“, aber man könne deswegen „seine Idealbilder“ nicht aufgeben, erklärt der oberösterreichische Landeshauptmann. Passenderweise untermauert er seine Ansicht noch mit einem Bibelzitat.

Kritik daran kommt von der HOSI Linz und der SPÖ Oberösterreich. „Familienpolitik á la Pühringer zeigt die Überheblichkeit einer seit 1945 regierenden Partei, die über alles drüberfährt, was nicht den eigenen Wert-(Vor)urteilen entspricht“, ärgert sich die oberösterreichische Lesben- und Schwuleninitiative. In einer Aussendung erinnert HOSI-Linz-Sprecher Gernot Wartner den Landeshauptmann daran, er sei „nicht nur Landeshauptmann für ein paar Tausend konservativ-katholische OberösterreicherInnen, sondern auch Landeshauptmann von rund 60.000 Lesben und Schwulen – von deren Angehörigen und FreundInnen ganz zu schweigen“.

Für die SPÖ Oberösterreich empört sich Familiensprecherin Petra Müllner über die Aussagen Pühringers. Es ist an der Zeit, dass die ÖVP beweglicher wird und sich einer modernen Gesellschaftspolitik öffnet. Ziel muss es sein, eine völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare zu erreichen. Wenn sich der Landeshauptmann auf die Bibel beruft, so ist das seine Sache als ehemaliger Religionslehrer. Wie er die Dinge gesellschaftspolitisch regelt, fällt aber eindeutig in seine Zuständigkeit als Landeshauptmann“, so Müllner.