BZÖ-Grosz hat sich verpartnert

Gerald Grosz, steirischer Landesparteiobmann des von Jörg Haider gegründeten „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ), ist am Freitag in Graz eine Eingetragene Partnerschaft eingegangen. Die Zeremonie fand im kleinen Rahmen statt. Öffentlich wurde sie durch eine Indiskretion.

„Es war ein privater Anlass“ – aber nicht im Trauungssaal

„Es war ein wunderschöner Tag. Es war sehr intim, was uns auch wichtig war. Es ist ein privater Anlass, der mit dem Politiker Gerald Grosz nichts zu tun hat. Darum haben wir es so gehalten, dass wir es für uns selbst schön gehalten haben und nicht für die Medien – die wurden ausgesperrt“, so der steirische BZÖ-Chef zum ORF Steiermark.

Die Feier fand im kleinen Rahmen im Grazer Rathaus statt. Dort hat ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl das Mediacenter für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet, nicht aber den Trauungssaal.

Ein schwuler Politiker, kein Schwulen-Politiker

Es war zwar sowohl in der Szene als auch in der Politik bekannt, dass Grosz schwul ist – er selbst äußerte sich aber über seine sexuelle Orientierung nie öffentlich. „Ich stehe zu meinem Freund und zu meinem Lebensgefährten. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, mache aber auch keine Politik damit“, so Grosz heute.

Im Parlament stimmte er – anders als sein Parteifreund Stefan Petzner – für die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften. Nun ist er der erste aktive Politiker Österreichs, der diese Institution auch in Anspruch nimmt.

Der heutige grüne Bundesrat Marco Schreuder ist zwar schon 2005 eine Eingetragene Partnerschaft mit seinem Partner eingegangen, allerdings nach niederländischem Recht, da er damals noch niederländischer Staatsbürger war. In Österreich können schwule und lesbische Paare erst seit 2010 eine Eingetragene Partnerschaft eingehen.