[Video] Moskauer Polizei durchsucht Wohnung von Nikolaj Aleksejew

Die Polizei in Moskau hat gestern nachmittag die Wohnung des bekanntesten russischen Lesben- und Schwulenaktivisten Nikolai Aleksejev durchsucht und verwüstet.

Von kremltreuen Abgeordneten angezeigt

Grund für die Durchsuchung war offiziell eine Anzeige der Abgeordneten Jelena Mizulina und deren Stellvertreterin Olga Batalina gegen Aleksejew. Misulina, eine der Initiatorinnen des landesweiten Gesetzes gegen „Homo-Propaganda“, und Batalina werfen Aleksejew vor, sie über Twitter beleidigt zu haben.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen „Beleidigung eines Amtsträgers“, die Höchststrafe dafür beträgt 40.000 Rubel, etwa 1.500 Euro oder Sozialdienst. Batalina betont, sie selbst habe sich von Aleksejew nicht beleidigt gefühlt – möchte aber alle anderen Abgeordneten vor zukünftigen Angriffen schützen.

Aleksejew postete nach der Polizeiaktion deren Folgen auf Facbook: Zimmer wurden durchwühlt, Kacheln herausgebrochen. Drei Stunden waren die Beamten in seiner Wohnung, dabei hätten sie „alles zerstört“, so der Aktivist.

Aleksejew: Erfahrung mit der Polizei

Aleksejew ist der bekannteste Lesben- und Schwulenaktivist Russlands. Schon öfter kam er mit dem Gesetz in Konflikt, weil er in Moskau eine Homosexuellen-Parade abhalten wollte. Er gehört innerhalb Russlands zu den schärfsten Kritikern des „Anti-Propaganda-Gesetzes“. Das Gesetz verbietet die positive Erwähnung von Homosexualität, wenn Jugendliche anwesend sein könnten.