Russland muss Schwulenaktivisten entschädigen

Der russische Staat muss einem Schwulenaktivisten umgerechnet 450 Euro zahlen, weil er von der Polizei angegriffen wurde. Das berichten russische Medien.

Wjatscheslaw Slusarew protestierte am 31. März einsam am Hauptplatz von Syktywkar im Nordwesten Russlands gegen die rechtsextreme homophobe Gruppe „Nordfront“. Diese unterstützt unter anderem das international umstrittene Gesetz gegen „Homo-Propaganda“. Daraufhin stellte er sich mit einem Schuld auf die Straße, auf dem er fragte, ob Freiheit nicht für jeden gelte.

Daraufhin wurde er von der Polizei verhaftet und bekam eine Strafe in der Höhe von 30.000 Rubel (ca. 700 Euro) aufgebrummt.

Als er die Polizeistation verließ, hatten sich dort schon Journalisten versammelt – und Mitglieder der „Nordfront“, die die Journalisten mit Eiern bewarfen.

Nun hat das lokale Gericht in Syktywkar festgestellt: Die Polizei hat es verabsäumt, Beweismittel des Protests zu sichern und damit Slusarews Bürgerrechte verletzt, weil sie ihn mehr als drei Stunden festgehalten hatte. Deshalb müsse ihm der Staat eine Entschädigung in der Höhe von 20.000 Rubel (ca. 450 Euro) zahlen.

Ob Slusarews Strafe ebenfalls aufgehoben wurde, ist nicht bekannt.