‚Person des Jahres‘: DOMA-Klägerin Edie Windsor auf Platz 3

Papst Franziskus wurde vom „Time“-Magazin zur „Person des Jahres“. Spannender wird es aber hinter dem Pontifex: Auf Platz drei der Liste mit den wichtigsten Personen des abgelaufenen Jahres ist, nach Edward Snowden, Edie Windsor – jene Frau, die mit ihrer Klage das „Defense of Marriage“-Bundesgesetz in den USA zu Fall gebracht hat.

„Time“ beschreibt die 84-jährige Windsor als „ungewöhnliche Aktivistin“. Und das ist sie auch: Geklagt hatte sie die US-Regierung nach dem Tod ihrer Partnerin Thea Spyer. Nach über 40 gemeinsamen Jahren hätte sie für das Vermächtnis ihrer Partnerin 363.000 Dollar Erbschaftssteuer zahlen sollen – gleich viel Erbschaftssteuer wie für eine Unbekannte. Windsor klagte und der Oberste Gerichtshof der USA gab der New Yorkerin Recht: Die rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Amerika bekam dadurch ihren höchstgerichtlichen Segen.

Trotz der Nominierung auf dieser Liste bleibt Windsor bescheiden. „Ich glaube nicht, ich könnte hier stehen und jedem sagen: ‚Hey, ich habe mein Geld zurück und ihr habt nichts‘. Mein Herz sagte mir, ich mache es für jeden“, sagte sie „Time“. In einer offiziellen Stellungnahme fügt sie hinzu, sie fühle sich geehrt, dass „Time“ sie unter die Top drei der „Person des Jahres“ gewählt habe – „aber ich bin nur ein Mensch der Teil eines außergewöhnlichen und noch immer nicht beendeten Kampfes war, für Gleichheit bei der Ehe für alle unsere Familien.“ Ihre verstorbene Partnerin Thea wäre „aufgeregt, stolz und so froh zu sehen, was wir alle gemeinsam erreicht haben“.