Ehren-Teddy für Rosa von Praunheim und Elfi Mikesch

Der Special Teddy Award, der schwul-lesbische Ehren-Filmpreis der Berlinale, geht dieses Jahr an Rosa von Praunheim und Elfi Mikesch. Die beiden Filmemacher haben mit ihren Werken das „Queer Cinema“ auf einzigartige Weise geprägt, so die Organisatoren.

Rosa von Praunheim gilt als Pionier der modernen Schwulenbewegung. Mit seinem Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ habe der heute 71-Jährige „früh gezeigt, wie viel gesellschaftspolitisches Potential durch Film freigesetzt werden kann“, so die Jury. Der Praunheimsche Realismus sei „radikal offen, ehrlich und exzentrisch“, so die Jury weiter.

Die 73-jährige Elfi Mikesch sei als Autorin, Fotografin, Filmemacherin und als eine der ersten Kamerafrauen ihrer Generation Vorbild für eine ganze Reihe nachfolgender Kamerafrauen, begründet die Jury ihre Entscheidung: „Träumerische Entschleunigung des Blicks ist ihre künstlerische Methode, wobei Kunst und Leben zu einer faszinierenden Symbiose gelangen“, heißt es weiter.

Beide Preisträger sind mit ihren neuesten Werken auch auf der Berlinale zu sehen: Rosa von Praunheim zeigt im Panorama der Berlinale seinen Kurzfilm „Mario Wirz“: Es ist eines der letzten Gespräche, die er mit seinem Freund, dem Berliner Dichter Mario Wirz, führte. Wirz verstarb 2013. Elfi Mikesch präsentiert auf der Berlinale ihren neuesten Spielfilm „Fieber“ mit Eva Mattes und Martin Wuttke. Er feiert auf dem Filmfestival Weltpremiere.

Der Special Teddy Award wird am 14. Februar in der Komischen Oper verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Filmgrößen wie Tilda Swinton, Joe Dallesandro, Werner Schroeter, Ulrike Ottinger oder John Hurt.